
UNHCR und WFP wollen Stabilität und Hilfe für Kongo
Goma - Im Rahmen ihrer Reise durch die Demokratische Republik Kongo (DRC) machen sich die Direktorin des World Food Programmes (WFP) Josette Sheeran und der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen António Guterres für die Fortsetzung einer gemeinsam durchgeführten humanitären Hilfe im Kongo stark. Grundvoraussetzung für das Engagement sei Sicherheit und Frieden in den östlichen Provinzen, so Guterres in Goma.
„Weltweit beobachten wir, wo immer Sicherheit vorherrscht, kehren die Menschen freiwillig in ihre Heimat zurück und können ein Leben in Würde fortführen. Deshalb möchten wir diese Entwicklung auch für die Menschen im Ost-Kongo möglich machen. Dieses Ziel kann aber nur erreicht werden, wenn es gelingt, den Schutz der kongolesischen Zivilbevölkerung und die Sicherheit national und international durchzusetzen und zu priorisieren“, so Guterres.
Unterstützung findet UNHCR durch die UN-Schwesterorganisation WFP.
"Ich habe keinen Zweifel daran, dass wenn wir alle gemeinsam den Schutzsuchenden entsprechend Unterstützung und Stabilität zukommen lassen, die gesamte Region von einem fruchtbaren Land und einem besseren Leben profitieren kann", ergänzt Josette Sheeran während eines Besuchs im Nyanzale-Flüchtlingscamp.
"Wo immer sich Friedensansätze durchsetzen, kann WFP die kongolesischen Rückkehrer durch zahlreiche Programme an ein ertragreiches Leben heranführen. Das kann durch Mikrofinanzierung in Form von Bargeld oder Gutscheinen aber auch durch den Ankauf über lokale Akteure sein, um die heimische Agrarwirtschaft zu unterstützen".
Sheeran und Guterres reisen bereits seit Mittwoch gemeinsam durch die DRC.
In Nord-Kivu unterstützt UNHCR Flüchtlinge und koordiniert die humanitäre Hilfe für 84.000 Binnenvertriebene in 42 Camps und versucht sexuelle Gewalt zu unterbinden. Seit 2001 hat UNHCR 106.000 Binnenvertriebene bei der Rückkehr in ihre Dörfer begleitet und beim Wiederaufbau ihres Lebens unterstützt.
WFP versorgt etwa 150.000 Binnenvertriebene in der Provinz Nord-Kivu mit Nahrungsmitteln. Darunter befinden sich 3.900 Menschen aus den drei Camps um Nyanzale. 70 Prozent der Campbewohner sind Frauen. Die Meisten haben ihren Ehepartner verloren und viele von ihnen wurden Opfer von Vergewaltigungen während der jahrelangen Unruhen im Ostkongo.
In den letzten 15 Monaten, hat die relativ stabile Sicherheitslage die Rückkehr von insgesamt einer Millionen Vertriebener erlaubt. In anderen Regionen jedoch wurden Menschen erneut gezwungen ihre Heimat zu verlassen. In Anbetracht der sich verlagernden Sicherheitszone wiesen Sheeran und Guterres daraufhin, dass bei Entscheidungen bezüglich der Zukunft der UN-Friedenstruppen berücktsichtigt werden müsse, dass diese entscheidend dazu beitragen, humanitären Organisationen Zugang zu Vertrieben in abgelegenen und unsicheren Regionen, zu ermöglichen.
Aufgrund mangelnder Sicherheit verzeichnet UNHCR allein in diesem Jahr 116 Angriffe auf humanitären Helfer. Sheeran und Guterres reisen am Wochenende weiter zum Afrika-Gipfel nach Kampala, der am Sonntag beginnt.
Veröffentlicht am: 23.07.2010




