
UNHCR weiter in Wiederaufbau in Myanmar involviert
Kanaso Ngu Village – Als der Zyklon 'Nargis' eine Spur der Verwüstung durch Myanmar zog, hat er mehr als 10.000 Menschen das Leben gekostet. Auch zwei Jahre später sind die Hilfsorganisationen mit dem Wiederaufbau von zerstörten Häusern beschäftigt. Auch ein UNHCR-Team ist weiter vor Ort.
"Wir brauchten dringend Hilfe nach diesem schrecklichen Ereignis," sagte die 50-jährige Daw Pyu. "Da war nichts, außer einer UNHCR-Decke, um mich während der Regenzeit warm zu halten."
Daw Pyu hat die Bilder des Zyklons noch lebhaft vor Augen und wohnt inzwischen mit ihrem Sohn und ihrer Tochter in einem geräumigen Haus, das auf einem hölzernen Gerüst steht, mit Strohdach und Wänden aus Bambusmatten, wie es für diese Region typisch ist.
Das Haus steht am Irrawaddy-Delta, im Bogale-Township, in dem die meisten Opfer des Zyklons zu beklagen waren. 'Nargis' war einer der mächtigsten Wirbelstürme, die je beobachtet worden sind und sicherlich die schlimmste Naturkatastrophe, die Myanmar bis heute erleben musste.
Bei der Erinnerung an 'Nargis', der am 2. Mai 2008 ganze Landstriche unbewohnbar machte, schaut sich Daw Pyu in ihrer Wohngegend und ihrer Küche um. "Ich hätte mir damals nicht erträumen können, dass ich jemals ein solch schönes Haus besitzen würde", zeigt sie sich UNHCR-Mitarbeitern gegenüber gerührt.
Unmittelbar nach dem tropischen Wirbelsturm, wäre es unmöglich gewesen an Trinkwasser zu gelangen, außerdem bildeten sich Moskito-Brutstätten in den zerstörten Wohnsiedlungen, so dass es zu Mückenplagen kam und es gab keinen Weg, etwas zu kochen. Die provisorischen Übergangsbehausungen, die sie bauten, waren nicht wasserdicht, als der Monsun wieder einsetzte.
"Wir konnten nicht einmal in Frieden schlafen," sagte sie, "weil wir uns sorgten, dass der Regen und der Wind unsere fragilen Unterkünfte erneut zerstören würde", blickt die Witwe zurück.
UNHCR erreichte die Region vor zwei Jahren relativ schnell und unproblematisch. Die humanitäre Soforthilfe und die Verteilung von Plastikplanen und –decken, Moskitonetzen, Kochtöpfen und Wasserkanistern geschah zügig und reibungslos. UNHCR half ebenso den lokalen Behörden dabei, Personalausweise auszustellen und den Wiederaufbau zu unterstützen. Dadurch konnten die Betroffenen, öffentliche Dienste wahrnehmen und realtiv problemlos reisen.
Die UNHCR-Nothilfe erreichte mehr als 400.000 Menschen (85.000 Familien). An 8.800 Familien wurde bis heute Baumaterial ausgegeben. Insgesamt standen bislang mehr als acht Millionen US-Dollar zur Verfügung.
Das Haus von Daw Pyu war kein Geschenk, aber es war ein Weg, sie und ihre Familie zu unterstützen. Als sie halfen, es zu bauen, wurden sie für ihre Arbeit bezahlt und erlernten das handwerkliche Fähigkeiten, die ihnen in Zukunft in dem landwirtschaftlich und fischereiabhängigen Gebiet bis heute hilfreich sind.
"Wir brauchen uns keine Sorgen mehr um eine Bleibe zu machen, wenn es regnet und stürmt," sagt sie. "Mit Seelenfrieden können wir nun unser Land selbstständig bebauen, was uns hoffentlich schon bald ein größeres Einkommen beschert."
Veröffentlicht am: 29.07.2010




