Das Asylverfahren steht mit der laufenden Asylgesetzrevision – es ist bereits die zehnte – einmal mehr auf dem Prüfstand. Das Asylverfahren soll schneller und effizienter werden. Diese Forderung ist unbestritten und steht im Zentrum der öffentlichen Diskussion. Gleichzeitig muss das Verfahren jedoch fair bleiben und den Standards genügen, die durch das europäische und internationale Recht festgelegt sind und zu deren Einhaltung sich die Schweiz verpflichtet hat.
Es stellen sich bei der Umsetzung konkrete Herausforderungen auch in Bezug auf die öffentliche Wahrnehmung. Das Verfahren muss glaubwürdig umgesetzt werden und das Asylwesen in der Bevölkerung auf Akzeptanz stossen. Was ist jedoch unter einer glaubwürdigen Asylpolitik zu verstehen? Wie kann man überzeugend vermitteln, dass die Rechte von Personen im Asylbereich geschützt werden müssen, dass der Rechtsschutz für die Glaubwürdigkeit national wie international entscheidend ist? Ganz wesentlich ist, wie die öffentliche Diskussion geführt wird. Welche Kommunikation ist angezeigt, um den komplexen Fragestellungen gerecht zu werden und die Öffentlichkeit auf angemessene Weise zu informieren?
Diesen Fragestellungen widmet sich das 5 Schweizer Asylsymposium. Es schliesst damit thematisch an die von Bundesrätin Simonetta Sommaruga bereits am 4. Asylsymposium konstatierte «Krise der Glaubwürdigkeit unserer Asylpolitik» an.
Die Beiträge namhafter Expertinnen und Experten aus Forschung und Lehre, Verwaltung und Politik sowie aus Schweizer Medien sollen die von der Gesetzesrevision betroffenen Fachstellen zum vertieften gegenseitigen Austausch anregen. Die Veranstalter erhoffen sich fruchtbare Diskussionen und Auseinandersetzungen, die Teilnehmenden sollen von den Erfahrungen und Erkenntnissen anderer Fachpersonen profitieren. Dies soll das Bewusstsein schärfen, dass verschiedene Blickwinkel und Positionen berücksichtigt werden müssen, will man zu befriedigenden und tragfähigen Lösungen finden.