United Nations High Commissioner for Refugees
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Nothilfe für Mali dramatisch unterfinanziert

© UNHCR/H. Caux
Unter den Betroffenen sind besonders viele Frauen und Kinder.

Genf – UNHCR hat seine Forderungen nach weiteren Mitteln für betroffene Flüchtlinge der Mali-Krise am Donnerstag abermals bekräftigt. Um Flüchtlingsschutz für gewaltsam vertriebene Malier in der Sahel-Zone adequat leisten zu können, werden dringend 153,7 Millionen US-Dollar benötigt.

Das Geld soll dabei für Malier, die nach Burkina Faso, Mauretanien und in den Niger fliehen mussten eingesetzt werden, ebenso für Binnenvertriebene und ist für das Gesamtjahr 2012 kalkuliert, so UNHCR in einer Presseerklärung aus dem Genfer Headquarters. Noch im Februar 2012 rechnete UNHCR mit 35,6 Millionen US-Dollar für den Nothilfeeinsatz in Mali bis Ende Juli 2012.

Schon 320.000 Malier betroffen

Durch den Tuareg-Aufstand Mitte Januar und eine sich abermals verschärfende Krise durch einen Staatsstreich im März 2012 verbunden mit dem Einmarsch bewaffneter Gruppen in den Norden Malis, wurden bis heute 320.000 Malier gezwungen in den Nachbarländern Burkina Faso, Mauretanien und im Niger Schutz zu suchen; einige sind aus dem Norden auch ins Landesinnere geflohen.

"Die Entartung der Situation in Mali, die auch weiter Flucht und gewaltsame Vertreibung hervorruft und eine große Anzahl von Maliern in sehr kurzer Zeit erfasst hat, ist völlig unerwartet", kommentiert Liz Ahua, UNHCR-Vize-Direktorin für Westafrika, Zentralafrika und die Region der Großen Seen die Lage.

UNHCR benötigt die veranschlagten 153,7 Millionen US-Dollar um Flüchtlingsschutz für 240.000 Flüchtlinge und 200.000 Binnenvertriebene bis Ende des Jahres leisten zu können. Der Aufruf im Februar war lediglich für 85.000 Menschen und nur bis Ende Juli 2012 kalkuliert.

Berichte von Menschenrechtsverletzungen

Durch anhaltende Gewalt im Norden Malis fliehen die Menschen weiter in die Nachbarländer. UNHCR liegen Berichte von Menschenrechtsverletzungen vor; darunter Entführungen, willkürliche Verhaftungen, Tötungen ohne Gerichtsverfahren und sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt.

Die meisten Betroffenen sind Frauen und Kinder, die in entlegenen Gebieten wegen der vorherrschenden jahrelangen Dürre Hunger und Durst leiden. Viele Kinder unter fünf Jahren sind akut unterernährt; Mitarbeiter in den Flüchtlingslagern im Niger und in Mauretanien schlagen Alarm: dort besteht ein dringender Bedarf an Trinkwasser und an sanitären Anlagen.

Erst 13 Prozent der benötigten Mittel eingetroffen

In Anbetracht der desaströsen humanitären Lage innerhalb der gesamten Sahel-Zone, weist UNHCR darauf hin, lediglich erst 13 Prozent der 153,7 Millionen US-Dollar erhalten zu haben. „Wir danken denen, die bereits Mittel zur Verfügung gestellt haben, jedoch ist die Finanzierung völlig unzureichend“, so Liz Ahua. Weitere Mittel werden jetzt benötigt, bevor im Juni die Regenzeit beginnt und diese mit Überflutungen einhergeht.

Daher muss UNHCR dringend Vorkehrungen treffen, damit ganze Landstriche nicht durch die Wassermassen weggespült werden, so Ahua weiter.

Herausforderung für humanitäre Helfer

Die Arbeit in der Sahel-Zone ist für UNHCR eine der herausfordernsten in Afrika, weil Flüchtlinge und Binnenvertriebene sich in Regionen befinden, in denen große Unsicherheit und Instabilität vorherrscht. Überfälle und Entführungsandrohungen machen es UNHCR und seinen Partnern unmöglich, ein Büro in der Krisenregion zu errichten und humanitäre Helfer intensiver in die Arbeit einzubinden.

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