United Nations High Commissioner for Refugees
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UNHCR-Camp im Ostkongo überfallen

© UNHCR/F. Noy
Tiefe Wolken liegen über dem UNHCR-Camp Mugunga III, das am Wochenende überfallen worden ist.

5. Dezember 2012

Goma – Nach einem Überfall auf das UNHCR-Camp Mugunga III im Ostkongo bei Goma, ist UNHCR um die Sicherheit der Binnenvertriebenen in der Region tief besorgt. Bei dem Angriff wurden zahlreiche Häuser und Lagerbestände ausgeraubt. Sechs Frauen wurden nach unbestätigten Aussagen vergewaltigt.

Bewaffnete Männer plünderten das Lager

Zum Tatzeitpunkt am Samstag haben Zeugen haben eine kleine Gruppe von Männern außerhalb des Lagers bei der Lebensmittelverteilung beobachtet. Später wurde Mugunga III von einer großen Anzahl von Bewaffneten umgeben. Eine Frau wurde geschlagen und genötigt, die Gruppe zur Lagerleitung zu bringen. Anschließend wurden dann Zelte durchsucht, Geld, Handys und Lebensmittel gestohlen, die kurz zuvor vom UN-Welternährungsprogramm (WFP) verteilt wurden. Zahrleiche Plünderungen wurden bereits von den Bewohnern bestätigt.

Die Menschen im Lager sind beunruhigt

Die Berichte von sechs Vergewaltigungsfällen werden derzeit untersucht. Ferner sollen rund ein Dutzend Binnenvertriebene gezwungen worden sein, gestohlene Materialien aus dem Lager zu schaffen. Die wenigen Polizisten und die MONUSCO-Truppen konnten nicht eingreifen. Auch zwei Tage nach den Vorkommnissen können UNHCR-Mitarbeiter die anhaltende Angst im Lager bestätigen.

Der Vorfall wird zum Anlass genommen, die Sicherheit und den Zugang zur humanitären Hilfe zu erhöhen beziehungsweise zu verbessern. Mindestens 30.000 Menschen befinden sich derzeit in dem Mugunga III, während sich etwa 75.000 an anderen Standorten in temporären Unterkünften aufhalten. Ein Teil lebt auch in den Gastfamilien in den Gemeinden.

Rund 12.000 gefährdete Familien brauchen dringend Hilfe  in Form von Decken, Küchen-Sets, Plastikplanen, Moskitonetze, Schlafmatten, Wasserkanistern, Seife und Damenbinden. UNHCR sucht dringend benötigte Unterkünfte für 47.000 höchst anfällige und gefährdete Familien.

Die Anzahl der Vertriebenen steigt

Laut UN-Angaben wurden 130.000 Menschen wegen der anhaltenden Unsicherheit in und um Goma neu vertrieben. Hinzu kommen rund 841.000 Menschen, die bereits vor einiger Zeit vertrieben wurden.

Nach Angaben von OCHA (Office for the Coordination of Humanitarian Affairs) sind allein in Süd-Kivu seit Ende Oktober 2012 rund 878.000 Menschen vertireben worden. Die überwiegende Mehrheit von ihnen (mehr als 96 Prozent) lebt in Gastgeber-Gemeinden. Die Kämpfe in der Nähe von Sake in Nord-Kivu haben schätzungsweise 18.500 Menschen nach Süd-Kivu vertrieben, vor allem rund um Minova. 

UNHCR betont, dass diese Zahlen nur vorläufig sind, da sie die Menschen, die mehrfach vertrieben wurden (und daher doppelt gezählt werden können) sowie die jünsgten Rückkehrerzahlen nicht in Betracht ziehen.

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