United Nations High Commissioner for Refugees
  • Schriftgröße  Normal size text Increase text size by 10% Increase text size by 20% Increase text size by 30%
  • Drucken Drucken
  • Empfehlen Empfehlen
An Email: *
Ihr Name: *
Ihre Email: *
Ihre Nachricht:
Felder mit * müssen ausgefüllt werden. Die Angaben aus diesem Formular werden nicht gespeichert oder an Dritte weitergegeben.

Flüchtlinge im Libanon weiter auf Hilfe angewiesen

06 Januar 2017

© UNHCR/Diego Ibarra Sánchez
Die 37-jährige Fatima vor ihrer Unterkunft in Zahle im Libanon. Vor sieben Monaten floh sie aus Aleppo.

Die jährliche gemeinsame Studie mit UNICEF und WFP zeigt Probleme bei Nahrungsmittelversorgung und ein hohes Armutsrisiko für syrische Flüchtlinge im Libanon.

Auch nach Jahren im Land bleiben syrische Flüchtlinge im Libanon stark gefährdet und von Armut bedroht, zeigt eine heute veröffentlichte Vergleichsstudie von UNHCR und UN-Partnerorganisationen.

Für die Studie haben UNHCR, UNICEF und WFP tausende Flüchtlingshaushalte befragt. Im Ergebnis ist die Lebenssituation syrischer Flüchtlinge im Libanon auf dem Vorjahresniveau. Unter einigen Indikatoren verschlimmert sich ihre Notlage der Menschen gar.

Die jährliche Studie veranschaulicht, wie die befragten Familien ihre beschränkten Ressourcen ausgeschöpft haben und versuchen durch problematische Bewältigungsmechanismen auf einem absoluten Minimum zu überleben. So gibt ein Drittel der befragten Flüchtlingshaushalte an, Probleme bei der Nahrungsmittelversorgung zu haben. Das sind 12 Prozent mehr als noch 2015. Die Zahl der unter der Armutsgrenze lebenden Flüchtlingshaushalte stagniert bei alarmierenden 71 Prozent.

„Syrische Flüchtlinge im Libanon kommen kaum über die Runden“, sagte Amin Awad, Direktor des UNHCR-Büros für Nordafrika und den Nahen Osten. „Sie sind weiterhin extrem gefährdet und abhängig von der Hilfe der internationalen Gemeinschaft. Ohne anhaltende Unterstützung wäre ihre ihre Situation furchtbar.“

Die Studie (Vulnerability Assesment of Syrian Refugees – VASyR) ist die vierte ihrer Art. Die Ergebnisse werden auf vielfältige Weise genutzt. Sie helfen unter anderem Empfänger von finanziellen Zuschüssen und anderen Unterstützungsleistungen zu bestimmen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass mehr als die Hälfte der Flüchtlingshaushalte pro Kopf weniger ausgeben können als das Existenzminimum (errechnet anhand eines Warenkorbs, der überlebenswichtige Güter und Dienstleistungen enthält). Während sich dieser Wert im landesweiten Vergleich stabilisiert hat, finden sich in einigen Bezirken 50 Prozent mehr Haushalte in dieser Kategorie. Weitere Probleme gibt es insbesondere bei aufenthaltsrechtlichen Fragen sowie in den Bereichen Bildung und Unterbringung.

Durch die Bereitstellung dringend benötigter finanzieller Mittel konnte verhindert werden, dass syrische Flüchtlinge im Libanon weiter in die Armut abrutschen – ein Prozess, der besonders zwischen 2014 und 2015 zu beobachten war. Bis zum November 2016 waren rund eine Milliarde US-Dollar durch Geber für den Libanon zur Verfügung gestellt worden und damit 50 Prozent eines gemeinsamen Hilfsplans von UN- und Hilfsorganisationen sowie der libanesischen Regierung.

Verglichen mit dem Vorjahr hat sich dank der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und sorgfältiger Planung der humanitären Operation die Situation der Flüchtlinge in den Bereichen Gesundheit, Unterbringung, Bildung, Wasserversorgung, Hygiene, Abfall und Energie nicht dramatisch verschlechtert.

Mit über einer Million registrierter syrischer Flüchtlinge ist der Libanon nach der Türkei das zweitgrößte Aufnahmeland für diese Menschen. Syrische Flüchtlinge leben über das ganze Land verteilt in städtischen und ländlichen Umgebungen an rund 2.125 Standorten.

Die Daten für die Studie wurden um Mai und Juni des vergangenen Jahres (2016) gesammelt. Die Befragungsteams haben im Rahmen der Studie 4.500 syrische Flüchtlingshaushalte besucht, die zufällig aus 26 Distrikten ausgewählt wurden.

Die ganze Studie, die auch und eine Reihe von Empfehlungen enthält ist unter dem rechts angegebenen Link verfügbar. 

« zurück


URL: www.unhcr.ch/home.html
copyright © 2001-2017 UNHCR - all rights reserved.