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Mali-Krise weitet sich auf Sahelzone aus

© UNHCR/H. Caux
Immer mehr Malier suchen Schutz in den Nachbarstaaten. Hunger weitet sich aus.

Rom/Genf – In Reaktion auf die äußerst angespannte Lage von hunderttausenden Flüchtlingen aus Mali, die aufgrund des Konflikts im Land über die Grenzen in die Nachbarländer geflohen sind, haben UNHCR und das Welternährungsprogramm (WFP) eine regionale Nothilfeoperation gestartet. 

Die Sahelzone steht für eine tödliche Kombination aus Dürren und Konflikten. Dies ist nicht nur ein dramatisches humanitäres Problem, sondern eine Gefahr für globalen Frieden und Sicherheit", so UN-Flüchtlingskommissar António Guterres. "Unterstützung der Geberländer ist entscheidend, wenn die humanitäre Hilfe Fortschritte machen soll." 

Mali und seine Nachbarn: Eine ganze Region betroffen

"Die malischen Flüchtlinge mussten ihre Heimat verlassen und sind über die Grenzen geflohen. Jetzt finden sie sich in Nachbarländern wieder, die selbst massiv unter den Auswirkungen der Dürre in der Sahelregion leiden", sagte Ertharin Cousin, WFP-Exekutivdirektorin. "Wir arbeiten eng mit UNHCR zusammen, um Familien zu helfen, die aus ihren Dörfern fliehen mussten und jetzt dringend Nahrung und Schutz benötigen."

Bisher hat WFP in Mali, Mauretanien, Burkina Faso und Niger Binnenvertriebene und Flüchtlinge mit Ernährungshilfe unterstützt. Insgesamt muss WFP 9,6 Millionen Menschen helfen, die von der Sahelkrise betroffen sind. In diesem Jahr hat sich die Dürre wegen hoher Nahrungsmittelpreise, schlechter Ernten und politischer Unsicherheit besonders dramatisch auf die Sahelzone ausgewirkt. 

Angst und Hunger bestimmen das Bild

WFP zielt nun mit einer weiteren Nothilfeoperation darauf ab, 300.000 Binnenvertriebene innerhalb Malis und 255.000 Flüchtlinge in den Nachbarländern zu unterstützen. Mit der Operation, die insgesamt rund 77 Millionen US-Dollar kosten wird, reagiert WFP flexibel auf  eine sich sehr komplex entwickelnde Flüchtlingssituation. Dabei wird WFP von UNHCR als engstem Kooperationspartner unterstützt.

UNHCR unterstützt in Niger, Burkina Faso und Mauretanien Zehntausende Flüchtlinge aus Mali – viele von ihnen überqueren die Grenze mit ihren Viehherden. UNHCR bemüht sich deshalb, Zugang zu Wasser für die Flüchtlinge und aufnehmenden Gemeinden bereitzustellen, sowie neue Orte für die Versorgung von Betroffenen ausfindig zu machen. Innerhalb Malis unterstützt UNHCR gemeinsam mit seinen Partnern Binnenvertriebene. 

Schwierige Versorgungslage - fehlende Mittel

 

Die Zunahme an Fluchtbewegungen aus Mali erschwert die schwerwiegende Hungerkrise in der Sahelzone, wo viele Menschenleben von Hunger und Mangelernährung bedroht sind. Die Flüchtlinge stellen eine zusätzliche Belastung für die bereits gefährdeten, ernährungsunsicheren Gemeinden da, von denen viele wilde Sträucher essen müssen, um zu überleben. 

Akute Mangelernährung unter rund 3,5 Millionen Kindern und schwangeren und stillenden Müttern zu verhindern und zu behandeln, steht im Zentrum der WFP-Hilfe für die Sahelzone. Ernährungsunsicherheit während der Hungerperiode vor der nächsten Ernte führt selbst in krisenfreien Zeiten zu drastischen Steigerungen der Mangelernährung und Kindersterblichkeit. 

Es fehlen 360 Millionen US-Dollar

"Die Zeit ist nicht auf unserer Seite", so Cousin. "Wenn in kürzester Zeit keine weiteren finanziellen Zuwendungen oder Nahrungsmittelspenden eintreffen, bedeutet dies, dass WFP nicht in der Lage wäre, auf dem Höhepunkt der Hungerphase von Juni bis September genug Hilfe bereitzustellen. Die Auswirkungen für die Hungernden, besonders Frauen und Kinder wären katastrophal." 

Allein WFP fehlen derzeit 360 Millionen US-Dollar für eine adeqaute Versorgung der Betroffenen.

Text: WFP-Pressemitteilung vom 22. Mai 2012

 

 

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