United Nations High Commissioner for Refugees
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Horn von Afrika: Migrationszahlen steigen weiter an

© UNHCR/ P. R. Larrauri
Diese zwei Mädchen zählen zu den rund 500.000 Binnenvertriebenen, die sich derzeit im Jemen aufhalten.

Sanaa/Genf – Mit 43.000 Neuankömmlingen in 2012 bleibt Jemen bis auf weiteres ein Hauptzielland für Flüchtlinge am Horn von Afrika. Nach den Rekordzahlen im vergangenen Jahr mit mehr als 103.000 registrierten Personen, scheint sich dieser traurige Trend weiter fortzusetzen.

In den ersten vier Monaten 2012 wurden mehr als 43.000 Neuankömmlinge von den UNHCR-Mitarbeitern vor Ort registriert. Waren vor vier Jahren hauptsächlich Somalier aus ihrer Heimat in den Jemen geflohen, stellen derzeit äthiopische Flüchtlinge die Mehrheit.

Gefahren und Extremsituationen auf der Flucht

All jene, die sich für die Flucht entscheiden, begeben sich häufig in extreme Gefahren und Schwierigkeiten. Die Misshandlung durch Schlepper ist weit verbreitet; Verhaftungen und unbegründete Verhaftungen stehen leider immer wieder an der Tagesordnung. Auch der Zugang zu sauberem Trinkwasser, Nahrung, medizinischen Gütern und Unterkünften ist selten ausreichend. Die meisten der Neuankömmlinge treffen vollkommen erschöpft, unterernährt und dehydriert im Jemen ein.

Somalier werden im Jemen sofort nach ihrer Ankunft als Flüchtlinge anerkannt und haben somit weitgehende Bewegungsfreiheit bzw. erhalten notwendige Dokumente. UNHCR unterhält ein sehr gut ausgebautes Transit- und Erstaufnahmenetzwerk entlang der Küsten zum Golf von Aden. Entlang des Roten Meeres hingegen ist die Küste für die Mitarbeiter von UNHCR aufgrund der instabilen Sicherheitslage teilweise schwer zugänglich.

Nur wenige Asylanträge aus Angst vor Behörden

Für äthiopische Flüchtlinge ist die Situation weitaus schwieriger. Nur wenige von ihnen beantragen Asyl im Jemen. Die Mehrheit fürchtet Verhaftungen und Abschiebung und vermeidet daher jeglichen Behördenkontakt, so gut es geht. Die instabile Lage in Teilen des Landes ermöglicht es immer mehr kriminellen Banden ihre Aktivitäten auszuweiten. UNHCR erhält in jüngster Vergangenheit vermehrt Berichte von Überfällen auf Flüchtlinge; diese sind auch zunehmend Menschenhändlergruppen ausgeliefert.
Neben den Flüchtlingen aus Nachbarländern befinden sich im Jemen 470.000 registrierte Binnenvertriebene.

Um die rund 220.000 Flüchtlinge und beinahe eine halbe Million Binnenvertriebene unterstützen zu können, benötigt UNHCR allein in diesem Jahr 60 Millionen US-Dollar. Bisher konnte bereits ein Drittel der Summe aufgebracht werden. UNHCR hofft auf die möglichst rasche Unterstützung durch zahlreiche Regierungen und auch privater Spender.

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