United Nations High Commissioner for Refugees
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Zahl der syrischen Flüchtlingen in Jordanien verdoppelt

©A.Eurdolian
Ein junger Neuankömmling im Za'tari Camp.

Amman - In der vergangenen Woche hat sich die Zahl der Neuankömmlinge im Za'atri Lager im Norden Jordaniens verdoppelt. Zwischen dem 21. und 27. August kamen 10.200 Menschen an, in der Woche davor waren es 4.500 Flüchtlinge. Seit der Eröffnung des Za'atri Camps am 30. Juli wurden mehr als 22.000 Menschen empfangen.

Flüchtlinge berichteten, dass noch viele Tausende darauf warten, die umkämpfte Gegend rund um Daraa überqueren zu können, so dass der  Zustrom an Flüchtlingen noch zunehmen könnte. Einige Flüchtlinge, die in den letzten Tagen die Grenze überquerten (vor allem am Freitag) berichteten, dass sie von Flugzeugen bombardiert wurden. Es gibt auch Berichte von Angriffen mit Granaten, Mörsern und anderen Waffen.

Normalerweise überqueren Flüchtlinge die Grenze in der Nacht und werden von IOM und der jordanischen Armee direkt in das Flüchtlingslager gebracht. 1.147 Flüchtlinge sind aber auch am (Montag) Morgen angekommen, gefolgt von anderen 1.400 in der Nacht von gestern auf heute bis in die frühen Morgenstunden.

Viele Flüchtlinge berichteten, dass sie fünf oder sechs Mal innerhalb Syriens geflohen sind, bevor sie endgültig das Land verließen.

In der vergangenen Woche wurde eine erhöhte Anzahl an unbegleiteten Kindern im Flüchtlingslager aufgenommen. Einige Kinder berichten, dass ihre Eltern gestorben sind, sich in Syrien um Verwandte kümmern müssen oder in anderen Ländern arbeiten. Einige Kinder, die keine Pässe besaßen, sagten, sie seien von ihren Eltern vorausgeschickt worden.

UNHCR - in Zusammenarbeit mit der Jordan Hashemite Charity Organization -  versucht die wachsende Flüchtlingsbevölkerung in Za'atri so schnell wie möglich mit Unterkunft, Nahrung, Wasser und Gesundheitsversorgung zu versorgen. Neue Zelte werden aufgebaut und UNHCR arbeitet fieberhaft an einem gesamten Ausbau des Lagers. 17 Lastwagen aus den regionalen UNHCR-Lagern in Zarqa stocken die Zelt- und Deckenbestände auf.

Die hohe Anzahl an Neuankömmlingen erschweren es UNHCR, die Lebensbedingungen der Flüchtlingsbevölkerung zu verbessern. In den letzten paar Tagen haben UNHCR-Mitarbeiter gemeinsam mit NGO-Partnern Flüchtlinge identifiziert, die in Ausschüssen organisiert bei der Verwaltung des Lagers mithelfen  können. Weiters ist geplant, eine zweite Straße im Lager zu bauen, um Staus auf der zurzeit einzigen schmalen Straße zu verhindern.

Libanon

Dank der Verbesserung der Sicherheitslage im Libanon hat sich die Arbeits- und Versorgungssituation entspannt. Das UNHCR-Registrierungszentrum in Tripoli hat wieder geöffnet und Flüchtlinge lassen sich jetzt registrieren. Die Versorgung im Norden wurde unterbrochen, aber mit der Wiedereröffnung der nördlichen Autobahn am Wochenende können unsere Lkws jetzt wieder Hilfsgüter an unsere Hubs in Qobbayat liefern. Im Bekaa-Tal haben Verteilung von Hilfsgütern, Registrierungen und Besuche vor Ort begonnen. Mit dem baldigen Beginn des neuen Schuljahres müssen für Flüchtlingsfamilien die bis jetzt in Schulen untergebracht wurden, neue Unterkünfte gefunden werden. Letzte Woche legte UNHCR den Schulbehörden eine Liste von 11 leerstehende Schulen im Osten vor, um die Erlaubnis der Regierung zu erhalten darin Flüchtlinge unterbringen zu dürfen. Im Norden hat UNHCR alternative Unterkünfte für Familien, die derzeit noch in Schulen untergebracht sind, gefunden. Das Gebäude ist eine ehemalige private Schule mit 47 Klassenzimmern und benötigt nur kleinere Renovierungsarbeiten. Die Familien werden voraussichtlich in der kommenden Woche übersiedelt. Im Libanon haben sich mehr als 54.000 Menschen durch UNHCR registrieren lassen oder haben Termine für eine Registrierung. Davon halten sich rund 22.000 im Norden, mehr als 16.600 im Osten und knapp 1.300 in Beirut auf.

Syrien

UNHCR  hat in den vergangenen zwei Wochen 250 gefährdeten Flüchtlingsfamilien durch Geldzuschüsse und neuen Wohngelegenheiten geholfen. Trotz der anhaltenden Eskalation des Konflikts kann UNHCR seine Arbeit in Syrien aufrecht erhalten. Sowohl durch Telefon-Hotlines als auch die Beratungsstellen kann der Kontakt mit den Flüchtlingen aufrecht erhalten werden und für Unterstützung gesorgt werden, auch wenn aufgrund der Sicherheitslage die Arbeit eingeschränkt werden musste.

In Syrien werden dringend alternative Unterkünfte für die zunehmende Zahl von Vertriebenen gesucht, die bislang in Schulen untergebracht wurden, da am 16. September der Unterricht beginnen wird. Lokale Behörden stellen eine Liste möglicher Unterkünfte zusammen, UNHCR ist bereit Gebäude zu adaptieren, um Menschen, die gezwungen wurden, ihre Häuser zu verlassen, unterbringen zu können. In ganz Syrien werden 350 Schulen von Vertriebenen bewohnt, nach Angaben der Regierung haben mehr als eine Million Menschen in verschiedenen öffentlichen Gebäuden Zuflucht gefunden.
Die Menschen, die während der Festlichkeiten nach Ramadan vertrieben wurden, benötigten dringend Lebensmittel, Kleidung, Matratzen, Decken, Bettwäsche und Zugang zu sanitären Einrichtungen.

Irak

Seit dem 16. August ist im Irak der Al-Qaem Grenzübergang geschlossen, die Zahl der Flüchtlinge bleibt bei  15.898. Während die Al-Waleed und Rabiya Grenzübergänge offen bleiben, setzt sich UNHCR bei der Regierung dafür ein, den Al-Qaem Grenzübergang wieder zu öffnen. UNHCR hat angeboten, die Kapazität des Lagers zu erhöhen oder den Flüchtlinge anderswo Schutz zu bieten. Das Al Qaem Camp beherbergt derzeit fast 2.000 Flüchtlinge und wird weiter ausgebaut. Weitere 1.700 Flüchtlinge, die in den Schulen beherbergt werden, warten darauf ins  Camp verlegt zu werden, so dass der Schulunterricht aufgenommen werden kann.

Türkei

In der Türkei hat sich Zahl der Neuankömmlinge dramatisch erhöht, daher ist eine Erhöhung der internationalen Unterstützung entscheidend, um die große Zahl an syrischen Flüchtlingen aufnehmen zu können. Im Vergleich zu den vergangenen Wochen, an denen rund 400-500 Personen täglich ankamen, sind in den vergangen zwei Wochen bis zu 5.000 Flüchtlinge pro Tag angekommen. In den letzten 24 Stunden überquerten mehr als 3.000 Syrer die Grenze zur Türkei und es werden voraussichtlich weitere 7.000 Flüchtlinge in den kommenden Tagen erwartet. Das neue Camp Karkamis in der Gaziantel-Provinz wurde eröffnet, so dass viele Neuankömmlinge dorthin übersiedelt werden. Die türkischen Behörden planen zusätzliche 5-6 Camps um die Gesamtkapazität der Camps auf 150.000 Plätze zu steigern. UNHCR hat heute per Luftbrücke neue Zelte geliefert.

Zypern

UNHCR ist bestürzt über den Tod von sieben Syrern an Bord eines Fischerbootes, welches Ende vergangener Woche in der Nähe der Nordküste Zyperns gesunken ist. Nach Angaben der Küstenwache waren vier Männer, eine Frau und zwei Kinder auf dem Boot. Zwei weitere Personen an Bord, wahrscheinlich die Menschen-Schmuggler, konnten sich in Sicherheit bringen und wurden später festgenommen.

Statistik

Insgesamt wurden 214.120 Syrer als Flüchtlinge registriert oder warteten auf die Registrierung (Stand 26 August).

Jordanien

69.968 registrierte Syrer, darunter warten 24.681 noch auf die Registrierung. Rund 80.000 Menschen wurden von lokalen Organisationen, die die Hilfe benötigen (darunter auch einige, die sich mit UNHCR registriert haben) identifiziert. Von den 24.681 die auf doe Registrierung warten, sind 19.274 sind im Za'atri Lager untergebracht und die anderen 5.407 warten auf die Registrierung außerhalb des Za'atri Lager.

Libanon

54.142 registrierte Syrer, darunter warten 13.910 noch auf die Registrierung. Tausende Flüchtlinge, die vor kurzem im Libanon eingetroffen sind, haben sich noch nicht registriert

Irak

15.898 registrierte Syrer, darunter warten 2.042 noch auf die Registrierung. Seit dem 18. Juli erreichte die Zahl der irakischen Rückkehrer aus Syrien 29.453.

Türkei

74.112 registrierte und unterstütze Syrer, laut Angaben der türkischen Behörden

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