United Nations High Commissioner for Refugees
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Somalia-Krise auch nach einem Jahr dramatisch

© P. Wiggers
Somalische Flüchtlinge in Äthiopien

Genf/Mogadischu - Im Sommer 2011 haben 40.000 Somalier ihr Land verlassen, insgesamt waren es letztes Jahr 300.000. Die Lage bleibt angespannt. In den ersten vier Monaten des Jahres 2012 suchten 20.000 Somalier Zuflucht in Kenia, Äthiopien, Djibuti und im Jemen.

Es ist ein Jahr vergangen, als die ersten somalischen Flüchtlinge in ihren Nachbarländern Zuflucht suchten, da ihr Land von Konflikten, Menschenrechtsverletzungen und der schlimmsten Dürre seit Jahrzehnten geplagt worden ist.

Hunderttausende marschierten tagelang durch die Wüste, um der Gewalt und der andauernden Hungersnot im Land zu entfliehen. Viele kamen mit geschwächten Kindern und wenigen Habseligkeiten in den Flüchtlingslagern krank und ausgehungert an.

Im Sommer 2011 haben 40.000 Somalier das Land verlassen

Für UNHCR uns seine Partner bleiben immer noch viele Herausforderungen: Der andauernde Konflikt und die spärlichen Regenfälle, zwingen weiterhin Menschen das Land zu verlassen,  jedoch in einem kleineren Ausmaß als im vorigen Sommer. In den ersten vier Monaten des Jahres 2012 suchten 20.000 Somalier Zuflucht in Kenia, Äthiopien, Djibuti und dem Jemen (im Durchschnitt flohen 40.000 Somalier jeden Monat zwischen Juni und September 2011).

Die Lage in den Flüchtlingslagern in Äthiopien und Kenia

Das Flüchtlingslager in Dollo Ado, Äthiopien, welches bereits 150.000 Flüchtlinge beherbergt, hat im Mai einen signifikanten Anstieg an Neuankömmlingen zu verzeichnen. In der ersten Hälfte des Monats waren es 980 Flüchtlinge in der zweiten Hälfte schon 2.000, die ins Camp kamen.
In diesem ohnehin schon überfüllten und ökologisch sensiblen Gebiet, arbeitet UNHCR eng mit den äthiopischen Behörden zusammen, um einen Standort für ein sechstes Flüchtlingslager zu finden.

In der Zwischenzeit leben mehr als 460.000 Flüchtlinge in Dadaab, Kenia, in einer prekären Sicherheitslage. Das Risiko durch improvisierte Sprengsätze oder Schießereien verletzt zu werden, bleibt enorm hoch; Entführungen und Überfälle sind weiter an der Tagesordnung.
Während der Krise wurde man in Dadaab aber auch Zeuge von Taten der außerordentlichen Solidarität. Flüchtlinge die schon seit mehreren Jahren im Lager lebten, unterstützen die Neuankömmlinge und teilten ihr Hab und Gut mit diesen.

Sterblichkeits- und Unterernährungsrate gesunken

Für UNHCR und seine Partner war die größte Herausforderung, im Laufe des vergangen Jahres, die Sterblichkeits- und Unterernährungsrate bei den neuankommenden Somaliern zu reduzieren.
 
Auf dem Höhepunkt der Krise haben UNHCR und seine Partner ein Krisenernährungsprogramm für Neuankömmlinge errichtet. Zusammen mit Massenimpfungen und anderen Gesundheitsmaßnahmen wurden viele Menschenleben in den letzten zwölf Monaten gerettet.

In Dollo Ado wird aktuell eine Sterblichkeitsrate von 0.8 pro 1.000 Einwohnern im Monat gemeldet und eine Rate von 0.2 pro 1.000 Kindern. In Dadaab ist die Rate geringer und liegt bei 0.2 pro 1.000 im Monat und 0.6 pro 1.000 im Monat bei Kindern unter fünf Jahren.

Dort  zeigen die Ergebnisse der jüngsten Gesundheitsuntersuchungen einen signifikanten Rückgang in Fällen der Unterernährung von Kindern unter fünf Jahren (sieben Prozent). In Dollo Ado hat sich die Lage auch stabilisiert und zeigt einen eher positiven Trend.

980.000 Somalier leben als Flüchtlinge

Während der jüngsten Not am Horn von Afrika haben die benachbarten Länder sehr unter der Last der vertriebenen Somalier gelitten. Der Druck auf die Gastgemeinschaften ist enorm, da die Krise die ganze Region beeinflusst hat. Der Bedarf an internationaler Unterstützung ist weiter sehr groß.
300.000 Menschen sind im vorigen Jahr aus Somalia geflohen. Mehr als 980.000 Somalier leben aktuell in den Nachbarländern Kenia, Äthiopien, Jemen und Djibuti.

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