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DR Kongo: 390.000 Binnenvertriebenen fehlt das Nötigste

Kongolesische Flüchtlinge
© UNHCR/A. Bronee
Kongolesische Flüchtlingskinder im Transitzentrum Nkamira in Ruanda.

19. September 2012

Nord-Kivu - Seit April dieses Jahres wurden etwa 390.000 Menschen im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) zu Vertriebenen im eigenen Land. Mehr als 60.000 Menschen mussten außerdem vor den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und den M23-Rebellen aus Nord-Kivu nach Uganda und Ruanda fliehen. Fast 40 Millionen US-Dollar sind nötig, um diesen Menschen zu helfen. 

Neben der Verteilung von Hilfsgütern werden die Vertriebenen auch in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Wasser und Hygiene, Infrastruktur und bei dem Bau und Unterhalt von Flüchtlingslagern unterstützt. Außerdem bemühen sich UNHCR und seine Partner um einen besseren Schutz vor sexueller Gewalt gegen eine Vielzahl von Betroffenen.

Verbrechen gegen die Menschlichkeit

"Wir sind besonders besorgt über die hohe Zahl an Verbrechen gegen die Menschenrechte in Nord- und Süd-Kivu. Seit April wurden 15.000 Vorfälle registriert, darunter Mord, Vergewaltigung und Zwangsrekrutierung. Die wirkliche Zahl ist wahrscheinlich viel höher," so UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming.

"Die Situation bleibt angespannt und wir erwarten weitere Vertreibungen in diesem Jahr. Wenn die Gewalt und die Misshandlungen von Zivilisten in den östlichen Provinzen weiter ansteigt, wird die Zahl der Binnenvertriebenen in den kommenden Monaten auf fast 760.000 Menschen anwachsen," warnt sie.

Die  große Unsicherheit und die Abgeschiedenheit vieler Flüchtlingslager erschweren die Hilfslieferungen und Schutzmaßnahmen zudem. Besonders im Osten des Kongo fehle es an allem, so Fleming. In Nord-Kivu und der Provinz Orientale werden Planen und Zelte für 40.000 Familien benötigt. Es fehlen zudem Haushalts- und Hygieneartikel für 15.000 Familien, darunter 2.000 Rückkehrer aus Uganda.

Uganda: abgeschiedene Lage erschwert Hilfsmaßnahmen

Auch in Uganda erschwert die abgeschiedene Lage der Region, in der die Hilfsmaßnahmen durchgeführt werden, die Arbeit. In der wiedereröffneten Flüchtlingssiedlung Rwamwanja fehlt es an Infrastruktur: Gesundheitsstationen, Laborräume und 20 Klassenzimmer müssen renoviert oder neu gebaut werden. 

Zudem werden 120 neue Wasseranschlüsse und Bohrlöcher benötigt. Für die über 24.000 Binnenvertriebenen aus Nyakabande, die seit April nach Rwamwanja gekommen sind, fehlen Zelte und Hygienesets. 

Im Transitzentrum Nyakabande, in dem 40.000 Menschen registriert wurden, ist die Situation ähnlich. Grund zur Sorge gibt außerdem die hohe Rate an Unterernährung unter den Neuankömmlingen.

Ruanda: Landknappheit ist das größte Problem

In Ruanda ist die größte Herausforderung die Landknappheit. Das im Juni eröffnete Flüchtlingslager Kigemem beherbergt mittlerweile 13.000 Menschen. Insgesamt sollen in dem Lager bis zu 25.000 Flüchtlinge Platz haben. Dafür müssen aber an Berghängen aufwendige und teure Terrassen gebaut werden.

7.000 Flüchtlinge leben im überfüllten Transitzentrum Nkamira. Dort fehlen Mittel für die Registrierung, den Bau von Latrinen, Hilfspakete, Bildungs- und Gesundheitsmaßnahmen sowie Brennstoffe.

Nach Angaben des Amtes für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) sind insgesamt knapp zwei Millionen Menschen im Osten der Demokratischen Republik Kongo vertrieben worden. 220.000 sind seit April 2012 in Nord-Kivu auf der Flucht, 108.000 in Süd-Kivu und 62.000 in der Provinz Orientale. 

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