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Druck auf syrische Nachbarstaaten steigt

Syrische Flüchtlinge im Libanon
© UNHCR/S. Malkawi
Syrische Flüchtlinge bei ihrer Registrierung im Nordlibanon.

23. Oktober 2012

Nach der Türkei und Jordanien ist der Libanon nun bereits das dritte Land, in dem die Zahl der syrischen Flüchtlingen 100.000 überschreitet. Nach jüngsten Berchnungen halten sich derzeit insgesamt 101.283 syrische Flüchtlinge im Libanon auf; in der gesamten Region wurden mittlerweile mehr als 358.000 Flüchtlinge registriert. Die Regierungen der syrischen Nachbarstaaten gehen davon aus, dass noch Zehntausende auf Registrierung warten.

Aufgrund der jüngsten Unruhen im Libanon mussten einige UNHCR-Operationen, wie die Registrierung von Flüchtlingen in Tripolis, Akar, Beirut und Saida im südlichen Libanon, zeitweise unterbrochen werden. Die Registrierung hätte am Montag in Saida beginnen sollen; rund 800 SyrerInnen hatten bereits Termine. UNHCR beobachtet die Sicherheitslage weiterhin und hofft, alle Operationen so schnell wie möglich fortsetzen zu können.

Preise im Libanon zu hoch für viele Flüchtlinge

Mehr als 5.500 syrische Flüchtlinge wurden letzte Woche in den UNHCR-Zentren registriert und es wird mit einer signifikanten Zunahme gerechnet. Die meisten syrischen Flüchtlinge im Libanon befinden sich derzeit im Norden und in der Bekaa- Ebene. Mehr als 70 Prozent von ihnen stammen aus Homs. 

Wegen der hohen Preise im Libanon kommen viele syrische Flüchtlinge kaum über die Runden. Um die schwierige Situation zu erleichtern, kündigte die Regierung letzte Woche an, dass SyrerInnen, die ihre Aufenthaltsgenehmigungen erneuern wollen, die Gebühren erlassen werden sollen. In der vergangenen Woche haben rund 16.000 Flüchtlinge Lebensmittel, Decken, Matratzen sowie Baby- und Hygieneartikel von UNHCR und seinen Partnern erhalten.

Mehr als 150.000 Flüchtlinge in Ägypten?

In der Türkei beträgt die Zahl der registrierten Flüchtlinge insgesamt 101.834. Sie sind auf 14 von der türkischen Regierung betriebene Lager in sieben Provinzen aufgeteilt (Stand: 17. Oktober). Zusätzlich zu der Lagerbevölkerung befinden sich nach Schätzungen rund 70.000 Menschen außerhalb der Camps. 

In Jordanien sind 105.737 SyrerInnen als Flüchtlinge registriert oder warten auf ihre Registrierung. Im Irak leben derzeit 42.661 syrische Flüchtlinge, einschließlich der 34.446 in der nördlichen Region Kurdistan. 

In Nordafrika hat UNHCR bis zum 20. Oktober 6.815 Flüchtlinge registriert, die meisten davon in Ägypten. Nach Aussage von ägyptischen Regierungsvertretern befinden angeblich mehr als 150.000 SyrerInnen im Land, nur wenige davon seien registriert.

Vorbereitungen auf den Winter

Internationale Unterstützung für die Flüchtlingsprogramme in den genannten Ländern ist auch weiterhin dringend notwendig. UNHCR betont, dass es von den betroffenen Nationen nicht erwartet werden könne, sämtliche Bürden alleine zu tragen. Knapp vier Wochen nachdem der „Syria Regional Response Plan“ gestartet wurde, sind von den zur Verfügung stehenden 487,9 Millionen Dollar bereits Zweidrittel aufgebraucht. Außerdem ist es ein Wettlauf gegen die Zeit, Hunderttausende gegen die drohende Kälte wetterfest zu machen.

In der Türkei gehören zu den Vorbereitungen auf den Winter auch die Bereitstellung zusätzlicher Hilfsgüter. Gemeinsam mit dem Türkischen Halbmond arbeitet UNHCR daran, die Menschen mit warmen Decken, zusätzlichen Zeltplanen und elektrischen Heizgeräten auszustatten. Außerdem ist eine stärkere Unterstützung für Asylsuchende und Flüchtlinge, die in städtischen Gegenden leben, geplant. 

Die Türkei will ihre Grenzen für syrische Flüchtlinge auch weiterhin offen lassen. Trotzdem haben sich laut Berichten der türkischen Behörden auf der syrischen Seite der Grenze, gegenüber der türkischen Provinzen Kilis und Hatay, mehr als 10.000 syrische Flüchtlinge versammelt. Es ist nicht klar, ob alle von ihnen bereit sind, die türkische Grenze zu passieren. Der Türkische Halbmond bietet den Menschen an der Grenze Hilfe an, außerdem wird berichtet, dass einige türkische NGOs auch auf der syrischen Seite aushelfen.
 
Finanzielle Hilfen für Familien in Hassakeh

In Syrien will UNHCR bis zum Ende des Jahres 100.000 Familien (etwa 500.000 Menschen) mit Hilfspaketen versorgen. Bis gestern wurden etwa 50.000 Familien erreicht. In der letzten Woche brachte UNHCR Syrien außerdem ein finanzielles Hilfsprogramm für Vertriebene im Regierungsbezirk Hassakeh auf den Weg. So konnten in der Region bis jetzt 5.230 Familien (etwa 26.000 Menschen) mit Mikrokrediten unterstützt werden.

Mit Hilfe dieser einmaligen finanziellen Zuwendungen können sich die Betroffenen einige der Dinge leisten, die in den UNHCR-Hilfspaketen nicht enthalten sind. Hassakeh ist die zweite Gegend, in der Syrer diese finanziellen Hilfen in Anspruch nehmen können. Zuvor gab es ein ähnliches Programm in Al Nabek (im Süden von Homs), wo 3.525 Familien daran partizipierten.

In Erwartung eines möglichen Waffenstillstandes während des Eid-Feiertages hat UNHCR in Aleppo 5.000 Hilfspakete für Familien vorbereitet, weitere 5.000 sind auf dem Weg. Im Falle eines Waffenstillstandes könnten diese Hilfspakete schnell zu 10.000 vertriebenen Familien in Orten nahe Aleppo und Idlib gebracht werden, die bisher nicht erreicht werden konnten.

Hilfe für traumatisierte Kinder

Besonders Kinder leiden unter der Situation. Viele von ihnen sind traumatisiert, die post-traumatischen Symptome reichen von Alpträumen und schmerzlichen Erinnerungen bis hin zu Angstattacken. Um mit ihren neuen Lebensumständen fertig zu werden brauchen die Kinder professionelle Hilfe und ein Angebot an sozialen Aktivitäten. Im Irak bieten UNHCR und die Regierung der Kurdischen Region diese Unterstützung für traumatisierte Kinder in einer speziellen psychologischen Gesundheitsstation in Domiz an.

In Syrien werden diese Woche 1.000 Freizeitgeräte verschickt, die eine lokale NGO, zu den Kindern bringt, die in den Notunterkünften in Damaskus und Aleppo untergebracht sind.

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