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Syrien-Krise: Neue Camps in Nachbarstaaten geplant

© UNHCR/F.Juez
Die Mitglieder einer syrischen Familie registrieren sich als Flüchtlinge im Norden Libanons.

Genf - Die Anzahl der registrierten syrischen Flüchtlinge, die von UNHCR im Irak, in Jordanien, im Libanon und in der Türkei unterstützt werden, hat sich seit April 2012 verdreifacht; derzeit sind es 112.000 Menschen, davon dreiviertel Frauen und Kinder. Die zuständigen Regierungen planen weitere Camps in der Türkei und Jordanien.

Die Zahl der tatsächlichen Flüchtlinge aus Syrien dürfte aber weitaus höher sein, so UNHCR-Vermutungen, da sich viele Betroffene erst registrieren lassen, wenn sie sich selbst nicht mehr versorgen können.

In allen vier Nachbarstaaten sind die Neuankömmlinge auf humanitäre Hilfe angewiesen. Einige tragen nur das, was sie am Leibe haben. Sie sind gezeichnet durch die Strapazen der letzen Monate, auch durch lange Arbeitslosigkeit. Auch jene, die bereits Anfang des Jahres Schutz und humanitäre Hilfe suchten, sind weiter auf Unterstützung angewiesen. Die unterstützenden Gemeinschaften der Flüchtlinge geraten auch unter Druck, da es an Wasser und Unterkünften fehlt, aber auch die Kapazität der Schulen und der Gesundheitseinrichtungen erschöpft werden.

Flüchtlingscamps in Jordanien

In Jordanien haben sich bis jetzt 33.421 Syrer bei UNHCR registriert. 97 Prozent der Flüchtlinge haben sich allein in den letzen vier Monaten registriert. Das übersteigt die Anzahl der irakischen Flüchtlinge in Jordanien (29.091).

UNHCR begrüßt die Entscheidung des jordanischen Ministerrats, Camps für syrischen Flüchtlinge zu errichten. Während UNHCR der Auffassung ist, dass die Camp-Austockung in Jordanien die letzte Option sein sollte, erfordert die hohe Anzahl der Flüchtlinge eine vorausschauende Planung für den Fall, dass die Kapazitäten des Gastlandes vollends erschöpft wird oder dass sich die Zahl der Neuankömmlinge weiter erhöht.

UNHCR und die Jordan Hashemite Charity Organisation haben begonnen, ein Camp in Za’atri, Mafraq Governorate im Norden Jordaniens aufzubauen, das Platz für 3.000 Menschen bereitstellt. Die sanitären Einrichtungen und der Zugang zu Wasser wurden durch UNICEF eingerichtet. Das neun Quadratkilometer große Gelände bietet potenziell Platz für 113.000 Menschen.

28.103 Syrer wurden im Libanon registriert, weitere 2.000 erhalten Unterstützung während sie auf ihre Registrierung warten. Sicherheit bleibt ein ständiges Anliegen, denn bis zu 800 Flüchtlinge sind im Moment in Dörfern in gefährlichen Regionen an der libanesisch-syrischen Grenze untergebracht.

Im Irak hat sich die Zahl der Flüchtlinge verdreifacht

Im Irak hat sich seit April die Zahl der registrierten syrischen Flüchtlinge verdreifacht.  6.500 Syrer haben sich bereits registriert; weitere 1.400 warten darauf. Das Camp in Domiz, in der Nähe von Dohuk, beherbergt etwa ein Drittel der syrischen Flüchtlinge. Es ist geplant mehrere Flüchtlinge dann hierher umzusiedeln.

In der Türkei werden weitere Flüchtlingscamps errichtet


Nach Angaben der türkischen Regierung hat sich die Zahl der Neuankünfte in der Zeit vom 24. Mai bis 16. Juli 2012 verdoppelt und liegt derzeit bei etwa 40.000. Die Regierung hat angekündigt, zwei bis drei neue Standorte freizugeben. Zusätzlich werden die bestehenden Camps modernisiert. Das wird die Aufnahmekapazität des Landes um weitere 30.000 Flüchtlinge erhöhen.

UNHCR ist dankbar, dass Jordanien, Libanon, Irak und die Türkei die Grenzen offen halten und weiter Flüchtlinge aufnehmen. Zwei Wochen nach dem Start des Regional Response Plans für syrische Flüchtlinge, die die Bedürfnisse von sieben UN-Agenturen und 36 NGO-Partner umfassen, werden 193 Millionen US-Dollar benötigt, um Flüchtlingsschutz umsetzen zu können.

Von der Gesamtsumme sind derzeit nur 26 Prozent finanziert. UNHCR und ihre Partner warnen, dass dieses niedrige Niveau der Finanzierung eine tiefgreifende Auswirkung auf die humanitäre Unterstützung der Flüchtlinge in Jordanien, Libanon, Irak und der Türkei haben wird.

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