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China schickt Flüchtlinge angeblich zurück nach Kachin

© UNHCR/unhcr.de

10. September 2012

Lwe Je/Kachin - UNHCR zeigt sich besorgt über Berichte, denen zufolge China immer mehr myanmarische Flüchtlingen in die unsichere Region Kachin im Norden des Landes zurückschickt. Schätzungen zufolge mussten seit Mitte August etwa 5.000 Kachin – darunter viele Kinder – in ihre Heimatregion zurückkehren und leben dort nun in Notunterkünften. Die Menschen waren in die Provinz Yunnan in China geflüchtet, nachdem im Juni 2011 die Kämpfe zwischen den Regierungstruppen Myanmars und Rebellen in der Region Kachin ausgebrochen waren. 

Trotz wiederholter Anfragen an die chinesischen Behörden ist es UNHCR bislang nicht gelungen die Flüchtlingsgruppen, die sich hinter der chinesischen Grenze aufhalten zu erreichen oder ihnen Hilfe zukommen zu lassen. Seit Mitte August erreichen UNHCR vermehrt mehr Berichte über Kachin, die zurück nach Myanmar geschickt wurden. Da UNHCR bislang nicht in die chinesische Grenzregion gelangen konnte, können diese Berichte derzeit noch nicht betsätigt werden.

 

UNHCR-Team strebt Überprüfung der Berichte an

 

Auf myanmarischer Seite reiste das UNHCR-Team nach Lwe Je nahe der chinesischen Grenze, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen und die Rückkehrer mit dem Notwendigsten zu versorgen. Einige von ihnen berichten, dass die chinesischen Behörden ihre Notunterkünfte abreissen ließen. Andere erzählen, dass Polizeibeamte sie und ihr Hab und Gut auf Trucks luden und zum Grenzübergang zurück brachten. Eine lokale NGO beobachtete die Vorgänge und organisierte Trucks, die die Rückkehrer zu den nächstgelegenen Camps in Myanmar brachten. 

Über 3.400 Rückkehrer sind nun in Camps für Binnenflüchtlinge in Kachin untergebracht. Ihre Häuser wurden während der Kämpfe zerstört, aus Angst vor erneuten Eskalationen wollen sie nicht in ihre Dörfer zurückkehren. Sie benötigen dringend Nahrungsmittel, medizinische Versorgung, Zelte und anderen Hilfsgüter. Bisher konnte UNHCR Hilfsgüter wie Zeltplanen, Decken, Küchenutensilien und Hygieneartikel nur zu 1.200 Rückkehrern in die vier Camps für Binnenvertriebene in Lwe Je bringen.

 

UNHCR: Chinesische Regierung muss Flüchtlingen Schutz bieten

 

Lokale Gruppen und Partner von UNHCR erwarten, dass noch mehr Menschen aus China zurückgeschickt werden. UNHCR drängt die chinesische Regierung, den Flüchtlingen vorübergehenden Schutz zu gewähren, ihre humanitären Bedürfnisse zu respektieren und sie nicht in eine Situation zurückzuschicken, in der ihre Sicherheit und ihr Leben gefährdet sind. UNHCR ist bereit, China dabei zu unterstützen die Flüchtlinge aufzunehmen, bis sich die Situation in ihrer Heimatregion verbessert hat.

Die UN schätzt, dass etwa 75.000 Zivilisten in Kachin und Nord-Shan seit dem Ausbruch der Kämpfe im Juni 2011 vertrieben wurden. Mehr und mehr Menschen versuchen jeden Tag aus den unsicheren Gegenden zu fliehen.

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