United Nations High Commissioner for Refugees
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Über 300.000 Syrer in den Nachbarstaaten registriert

© UNHCR/A. Branthwaite
Unfassbar: Die Frau aus Syrien kann ihre Lage als Flüchtling in der Türkei nicht begreifen.

02 Oktober 2012

Genf - Die Anzahl der registrierten syrischen Flüchtlinge in Jordanien, im Libanon, in der Türkei und im Irak ist erstmals auf über 300.000 angestiegen. Damit ist die Zahl rund drei Mal höher, als noch im Juni. UNHCR und seine Partner rufen die internationale Staatengemeinschaft zur Unterstützung auf.

Die neue Zahl unterstreicht die Dringlichkeit des in der letzten Woche überarbeiteten regionalen Finanz- und Aktionsplans für syrische Flüchtlinge. Demnach werden 487,9 Millionen US-Dollar benötigt, um geschätzte 710.000 Syrer in den Nachbarstaaten bis Ende 2012 zu unterstützen.

Der nahende Winter ist ein Wettlauf gegen die Zeit

Die Großzügigkeit und Gastfreundschaft mit denen die Nachbarstaaten auch der stark wachsenden Anzahl syrischer Flüchtlinge begegnen ist beispiellos. Es erfordert gerade deshalb aber auch eine zunehmende Unterstützung der Internationalen Staatengemeinschaft, da viele Aufnahmegemeinden an Kapazitätsgrenzen stoßen.

Die Dringlichkeit des Handelns ist besonders durch den bevorstehenden Winter geboten, der spätestens in zehn Wochen, neue Herausforderungen an alle Helfer und Betroffenen stellen wird. Es ist bereits jetzt ein Wettlauf gegen die Zeit: In Jordanien beispielsweise leben Tausende in Zelten und die Tagestemperaturen werden von Mitte November bis Mitte März um den Gefrierpunkt sein. Ein Winterplan wurde bereits entwickelt, benötigt jedoch weitere finanzielle und personelle Ressourcen.

Jordanien: 120.000 Flüchtlinge bis 2012

In Jordanien sind bislang 103.488 Syrer registriert worden oder warten auf Registrierung. Der neue Finanz- und Aktionsplan kalkuliert mit 250.000 Flüchtlingen bis zum Jahresende. 65 Prozent der bisher Betroffenen leben im Stadtgebiet, 35 Prozent im UNHCR-Lager Za'atri (über 30.000 Menschen) oder kleineren Camps wie dem King Abdullah Park oder Cyber City.

Die meisten Neuankömmlinge benötigen dringend humanitäre Hilfe. UNHCR und seine Partner bieten zahlreiche Programme an, die auf die Hilfesuchenden in städtischem Wohraum zugeschnitten sind, darunter Kleinkredite und Haushaltsgegenstände, wie Kochgeschirr, Matten und Hygieneartikel. Seit März 2012 haben bereits mehr als 55.000 Syrer Unterstützung in dieser Form erhalten; 2.600 Familien haben sogenannte 'Cash-Grants' bekommen.

Libanon: 120.000 Flüchtlinge bis Ende 2012

Im Libanon sind bislang 80.800 Syrer registriert oder warten auf Registrierung. Die libanesische Regierung schätzt, dass zudem weitere Zehntausende ins Land gekommen und nicht zurückgekehrt sind. Die meisten Flüchtlinge im Libanon sind in Gemeinschaftsunterkünften, bei Freunden und Verwandten untergekommen.

UNHCR und seine Partner rechnen in den kommenden Monaten mit einem weiteren Anstieg von Hilfsbedürftigen, da die Anspannung in vielen Gastfamilien, die eng zusammengerückt sind, spürbar ist.

Der neue Finanz- und Aktionsplan kalkuliert mit 120.000 Flüchtlingen bis zum Jahresende. Derzeit leben 56 Prozent im Norden des Libanon; 41 Prozent im Bekaa-Tal und der Rest in und um die Hauptstadt Beirut.

Türkei: 280.000 Flüchtlinge bis Ende 2012

Nach Regierungsangaben liegt die Zahl der syrischen Flüchtlinge in der Türkei bei 93.576, die in insgesamt 13 Camps untergebracht sind. Hinzu kommen einige tausend, die privat untergekommen sind. Drei weitere Camps befinden sich im Aufbau.

Der neue Finanz- und Aktionsplan kalkuliert mit 280.000 Flüchtlingen bis zum Jahresende. Nicht zuletzt wegen der Syrien-Krise, hat sich die Zahl der Asylsuchenden in der Türkei in den vergangenen 15 Monaten besonders in den Stadtgebieten signifikant erhöht. Die meisten Asylanträge kommen jedoch von Antragstellern aus dem Irak, Iran und Afghanistan.

Irak: 60.000 Flüchltinge bis Ende 2012

Im Irak sind derweil 33.704 Flüchtlinge aus Syrien registriert oder warten auf Registrierung. 4.263 allein in der letzten Woche. Mehr als 28.000 Syrer haben kurdische Wurzeln und sich in den kurdischen Regionen Dohuk, Erbil und Sulaimaniya niedergelassen.

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