
Spendenaufruf für Flüchtlinge im Kongo gestartet
Genf - Aufgrund der anhaltend kritischen Lage der kongolesischen Flüchtlinge, die den ethnischen Konflikten in ihren Heimatprovinzen im Zentralkongo entfliehen müssen, startet UNHCR heute einen Spendenaufruf um den Hilfeinsatz vor Ort zu unterstützen. Konkret geht es um 20 Millionen US-Dollar, die benötigt werden um den Schutz der Flüchtlinge zu gewährleisten und die humitäre Hilfe auszuweiten.
Der Aufruf von UNHCR ist Teil einer Initiative von mehreren UN-Organisationen, darunter UNICEF, UNESCO und das World Food Program, die bisher 17,3 Millionen Dollar der 59 Millionen Dollar einnehmen konnten, welche in diesem Jahr für die Bewältigung der Krise benötigt werden.
Diese Menschen, die sich im Kongo auf der Flucht befinden, sind Opfer ethnischer Auseinandersetzungen zwischen Enyeles und Munzayas, die sich über Ackerland und Fischgründe im kongolesischen Dongo-Gebiet streiten. Die Konflikte eskalierten im letzten Oktober durch tödliche Attacken der Enyele-Milizen und weiteten sich auf die gesamte Equateur-Provinz aus.
Trotz der Bemühungen von UNHCR fehlt es den Flüchtlingen im Kongo auch nach vier Monaten im Exil noch an grundlegenden Dingen. Bisher konnte UNHCR lediglich 30 Prozent der Bedürfnisse der vielen Flüchtlinge nach Nahrung, sanitären Einrichtungen, Zelten, medizinischer Versorgung und Schulbildung abdecken.
110.000 Flüchtlinge befinden sich in der nordkongolesischen Provinz Likouala. Die große Mehrheit von ihnen sind Frauen und Kinder. Sie sind an mehr als 100 Orten und auf 600 Kilometer entlang des Oubangui Flusses verstreut, was sie für die Hilfsorganisation schwer erreichbar macht. Der niedrige Flusspegel behindert zudem den Transport schwerer Güter mit dem Boot, sodass die Helfer gezwungen sind viele Einzellieferungen zu fahren, oder die Hilfsgüter einzufliegen.
Finanzielle Unterstützung ist daher vonnöten, um die Flüchtlinge besser versorgen und logistische Kapazitäten erhöhen zu können. Die Spenden werden auch benutzt werden, um den rund 20.000 Flüchtlingskindern grundlegende Bildungsangebote machen zu können, so ein Sprecher. Von besonderer Dringlichkeit ist auch den Zugang zu sauberem Trinkwasser sicherzustellen, um Krankheiten unter den Flüchtlingen entgegezuwirken.
Veröffentlicht am: 09.03.2010




