Guterres: Augenmerk auf Zentralafrika richten

Bangui/Genf - UN-Flüchtlingskommissar António Guterres hat Flüchtlinge und Binnenvertriebene in der Zentralafrikanischen Republik besucht und sich dafür ausgesprochen, die Lebensumstände der Menschen verbessern zu wollen. In dem innerafrikanischen Land halten sich etwa 30.000 Flüchtlinge aus den angrenzenden Ländern Chad, Kongo, Ruanda und dem Sudan auf. Hinzu kommen rund 183.000 Binnenvertriebene, die innerhalb der Republik fliehen müssen.

Der Aufenthalt des Hochkommissars wirft ein Schlaglicht auf die Situation im Land, welches in der internationalen Krisenberichterstattung nur selten auftaucht. Das Ausmaß des Elends, hervorgerufen durch innere Konflikte und die humanitären Krisen der Nachbarländer, ist der Weltöffentlichkeit kaum bekannt. Guterres zeigte sich nach einem Besuch von Flüchtlingssiedlungen im unsicheren Nordwesten des Landes geschockt von den Lebensumständen der Menschen. Er versprach, trotz der begrenzten Ressourcen von UNHCR ,den Menschen vor Ort’ eine neue Perspektive geben zu wollen.

Besonders der Norden der Republik ist seit 2005 immer wieder Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen. Bewaffnete Gruppen bedrohen die Menschen in der Region. Hinzu kommen viele Flüchtlinge aus der angrenzenden Darfur-Region, die gezwungen sind, in diesen Umständen eine neue Existenz zu gründen und dabei von UNHCR unterstützt werden.

Viele dieser Menschen leben in einem Lager in Sam Ouandja, wo sie sich aber nicht sicher fühlen. Die Bewohner des Lagers werden durch Rebellen bedroht und trauen sich deshalb nicht, das Camp zu verlassen. Außerdem mangelt es an Nahrung und sauberem Trinkwasser.

Ferner beschuldigen die Milizen fälschlicherweise die Flüchtlinge, Ursache der Unruhen in der Provinz zu sein, berichtete ein Leiter des Camps dem Hochkommissar. Dieser versprach mit der Regierung der Zentralafrikanischen Republik zu verhandeln, um die Sicherheit der Menschen zumindest in den Lagern zu gewährleisten. 

Vor seinem Rückflug nach Genf traf sich Guterres mit Präsident François Bozizé und Vertretern der Vereinten Nationen in der Hauptstadt Bangui. Bei dieser Gelegenheit sagte er dass es unfair sei, dass das öffentliche Interesse auf den Irak, Sudan und Afghanistan fokussiert sei, wenn Menschen in der Zentralafrikanischen Republik unter diesen Umständen leben müssen.


Veröffentlicht am: 11.03.2010

Weitere Informationen