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Zentralafrika: Angriffe der LRA häufen sich

© UNHCR/ A. Coseac
Binnenvertriebene im Südsudan geraten immer wieder ins Visier der LRA-Rebellen, die dort häufig Blitzangriffe durchführen.

Dungu - In jüngster Zeit erhält UNHCR wieder vermehrt Berichte über Angriffe der Lord’s Resistance Army (LRA) in Zentralafrika. Seit Anfang März ereigneten sich nach Angaben 13 LRA-Angriffe im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo (DRC).

Hierbei stand vor allem das Gebiet rund um die Stadt Dungu im Mittelpunkt. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben, 13 weitere wurden entführt. Die Gewalt hat bislang über 1.160 Menschen aus Dungu und Umgebung zur Flucht gezwungen.
Damit kam es bereits zu 33 Angriffen der Rebellengruppe im Nordosten der DRC, in deren Folge insgesamt mehr als 4.000 Personen zur Flucht gezwungen wurden.

Sicherheitslage bleibt fragil

Die ugandische Rebellenbewegung ist sowohl im Grenzgebiet zur Zentralafrikanischen Republik als auch in diesem selbst - hier vor allem im Südosten - aktiv. Hier wurden elf Angriffe gezählt. Acht davon ereigneten sich in der Nähe der Dörfer Zemlo und Mboki, wo UNHCR Unterstützungsmaßnamen für Flüchtlinge und Binnenvertriebene durchführt. Dabei wurden laut der lokalen Behörden vier Menschen getötet und 31 entführt. Die Sicherheitslage im Südosten des Landes bleibt weiterhin fragil. Als einzige Ausnahme gilt die Stadt Obo, wo sich die Situation seit der Stationierung von US-amerikanischen Truppen wesentlich verbessert hat. Ihre Aufgabe ist es, die ugandischen und zentralafrikanischen Truppen bei der Jagd nach den Rebellenführern zu unterstützen.

UNHCR-Mitarbeiter vor Ort sagen, dass dadurch rund um Obo eine Sicherheitszone im Umkreis von 25 Kilometern entstanden sei. Dies ermöglicht es der lokalen Bevölkerung, ihre Felder wieder zu bestellen und sich annähernd frei zu bewegen.

Blitzangriffe der LRA im Südsudan

Zu den Aktivitäten der LRA gehören auch Blitzangriffe im Südsudan. Laut dem UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten kamen im Zuge solcher Attacken im vergangenen Jahr 18 Menschen ums Leben, neun wurden verletzt, 49 entführt und insgesamt 7.382 wurden zu Binnenvertriebenen. Derzeit liegen noch keine Berichte über vergleichbare Aktivitäten in Südsudan vor. UNHCR registriert dennoch eine zunehmenden Zahl an Flüchtlingen aus der Zentralafrikanischen Republik und der DRC. Die beiden Bundesstaaten West- und Zentraläquatorien beherbergen insgesamt 22.000 Flüchtlinge aus den beiden Staaten. Jetzt kamen bisher 700 Personen hinzu. Südsudan trifft derzeit Vorbereitungen für ein gemeinsames Vorgehen der Afrikanischen Union in der Region.

UNHCR begrüßt die regionalen und internationalen Initiativen, die die Bekämpfung der Verbrechen der LRA zum Ziel haben, appelliert aber gleichzeitig an alle Beteiligten, die Menschenrechte zu beachten und zivile Opfer zu vermeiden.

Die wahllosen Übergriffe auf Zivilisten in den drei genannten Staaten forderten Schätzungen zu Folge bisher an die 440.000 Binnenvertriebene bzw. Flüchtlinge. Rund 335.000 Menschen halten sich zur Stunde in der DR Kongo auf. 
UNHCR arbeitet gemeinsam mit lokalen Behörden, anderen UN-Organisationen sowie zahlreichen NGOs zusammen, um jene Menschen zu unterstützen, die vor der LRA geflohen oder aus ihren Fängen befreit worden sind. Manche der Überlebenden erzählen schreckliche Geschichten über Folter und die Ermordung von Familienmitgliedern.

 

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