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Somalische Flüchtlingszahlen in Äthiopien steigen weiter

© UNHCR/J.Ose
Somalische Frauen sammeln Feuerholz zum Kochen im Flüchtlingslager Kobe.

19. Oktober 2012

Dollo Ado- Auch wenn sich die Zahl der Ankünfte in Dollo Ado dieses Jahr beruhigt hat, flüchten nach wie vor Menschen vor dem Konflikt und der Unsicherheit aus dem Süden und dem Zentrum Somalias. Viele fürchten die Bedrohung und Zwangsrekrutierung von bewaffneten Gruppen, die bereits weite ländliche Gebiete des Landes kontrollieren.

2012 flohen bisher 62.000 Somalier in ihre Nachbarländer, die meisten von ihnen (25.000) kamen nach Äthiopien. Insgesamt beträgt die Zahl der somalischen Flüchtlinge in der Region bereits mehr als eine Million. Die Hälfte davon befindet sich in Kenia, während Äthiopien nun 214.000 Flüchtlinge beherbergt. Neben Somalier, die die größte Gruppe der Flüchtlinge ausmachen, beherbergt Äthiopien auch mehr als 91.000 sudanesische Flüchtlinge, fast 61.000 Menschen aus Eritrea sowie 4.000 Flüchtlinge aus anderen Ländern. Jeden Monat nimmt Äthiopien großzügig tausende Neuankömmlinge aus den Nachbarländern auf.

Sechstes Flüchtlingslager in Planung

Gegenwärtig gibt es fünf Flüchtlingslager in Dollo Ado. Das neueste ist das Buramino Lager, das im November letzten Jahres eröffnet hat, und das bereits seine Kapazitätsgrenze mit mehr als 32.000 Flüchtlingen erreicht hat. Neuankömmlinge werden zu den Kobe und Hillaweyn Camps gebracht. UNHCR hat die Unterbringungskapazität der beiden Lager um je 30.000 Menschen erhöht. Die beiden ältesten Camps- Bokolmanyo und Melkadida- beherbergen je mehr als 40.000 Menschen.

Da immer noch Menschen in Dollo Ado ankommen, hat die äthiopische Regierung die Errichtung eines sechsten Flüchtlingslagers genehmigt. Dieses wird zwischen der Stadt Kole und dem Kobe Lager, also ungefähr 54 km nördlich der Stadt Dollo Ado liegen.

Die Kosten für die Eröffnung des Lagers und das Einrichten der Grundversorgung wie medizinische Versorgung, Schulen und Lagereinrichtungen betragen mehr als 5 Millionen US-Dollar. UNHCR benötigt finanzielle Unterstützung von Gebern und Partnern, sowie Ressourcen für NGO- Partnerorganisationen, die vor Ort arbeiten werden. Für die Anfangsphase werden dringend 1,5 Millionen US- Dollar zur Vorbereitung des Standortes gebraucht.

Neue, wetterbeständige Landebahn eröffnet

In der Regel kommen die Flüchtlinge mit nur wenigen Habseligkeiten an. Um die wichtigste Versorgung abzudecken, hat UNHCR letzte Woche mit einem Konvoi von neun LKWs Plastikplanen, Kunststoffrollen, Decken, Schlafmatten, Moskitonetzen sowie Kanistern geliefert.

Außerdem wurde Anfang Oktober die lang erwartete 1.600 Meter lange und wetterbeständige Landebahn in Dollo Ado eröffnet, wodurch der Zugang für Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und der Transport von Gütern wesentlich verbessert wurden. Die alte Landebahn war durch Wettereinbrüche oft nicht nutzbar; der einzige andere Zugang nach Dollo Ado führte über schlechte Straßen, die Fahrt dauerte drei Tage. Deshalb kam es oft zu verheerenden Verzögerungen bei Notfalleinsätzen und medizinischen Evakuierungen.

Somalia bleibt eine der weltweit längsten und schlimmsten Flüchtlingskrisen. Ein Drittel der somalischen Bevölkerung, die auf 7,5 Millionen Menschen geschätzt wird, lebt in Zwangsvertreibung- entweder als Flüchtling oder als Binnenvertriebene.

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