United Nations High Commissioner for Refugees
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Anhaltende Gewalt in Syrien: Nachbarstaaten unter Druck

© UNHCR
Von Tristesse geprägt: In Zaatri, Jordanien leben nun 7.665 Syrer; fast 60 Prozent sind Kinder.

Homs/Kilis/Genf - Die Zahl der syrischen Flüchtlinge in der Türkei und anderen Anrainerstaaten ist in den letzten Tagen stark gestiegen. Mehr als 2,5 Millionen Notleidende sind auf Hilfe angewiesen. Im Irak soll ein viertes Camp für Syrer entstehen.

Türkei

Die Zahl der syrischen Flüchtlinge in der Türkei ist in den letzten Tagen stark gestiegen. Nach Angaben örtlicher Behörden flohen Mitte dieser Woche  3.500 Menschen in die Provinzen Kilis und Hatay. Die Flüchtlinge stammen aus dem Großraum Aleppo, Azaz, aber auch Latakia und Idlib.

Mittlerweile leben in den neuen Camps in der Türkei rund 65.000 Syrer. 40 Prozent von ihnen sind im Laufe dieses Monats eingetroffen. UNHCR verstärkt seine Hilfsmaßnahmen und wird Familienzelte, Decken, Koch-Sets und andere Hilfsgüter lieferen. Der türkischen Regierung soll so geholfen werden, drnigend benötigte Dinge des Grundbedarfs bereitzustellen.

Jordanien

Auch in Jrodanien steigt die Zahl der syrischen Flüchtlinge. Allein 1.080 Menschen überquerten die Grenze in der Nacht vom 16./17. August. Insgesamt 1.600 Flüchtlinge wurden in den beiden Tagen zuvor gezählt. Alle Neuankömmlinge werden von der jordanischen Regierung in das Camp Zaatri untergebracht. Dort leben nun 7.665 Syrer. Mehr als 60 Prozent der dort zuletzt angekommenen Flüchtlinge sind Kinder. 

Es wird weiterhin intensiv daran gearbeitet, die Lebensbedingungen in dem Lager zu verbessern. So sollen auch Zelte durch mobile Wohn-Container ersetzt werden. Im Bereich sanitärer Anlagen werden weitere Toiletten bereitgestellt (derzeit: 40 Personen pro 1 Toilette). UNICEF bringt täglich Trinkwasser ins Lager. Fortgeschritten sind die Planungen für einen Brunnen, der 60 bis 80 Kubikmeter Wasser pro Stunde fördern soll. Das Welterernährungsprogramm (WFP) stellt 12.000 Mahlzeiten pro Tag zur Verfügung. 

Die jordanische Regierung schätzt, dass 150.000 Syrer seit März 2011 Zuflucht im Land gesucht haben; 46.869 Flüchtlinge sind bei UNHCR registriert; tausende weitere erhalten Hilfsgüter von anderen Organisationen.

Libanon

Im Libanon bemühen sich UNHCR und seine Partner um alternative Unterbringungsmöglichkeiten, um die derzeit zweckentfremdeten Schulen bis zum Schulbeginn Anfang September wieder zugänglich zu machen. Besonders in den vergangenen zwei Wochen ist die Anzahl der Syrer in kollektiven Unterkünften rasant angestiegen.

In Bekaa wurden bereits einige leerstehende Gebäude ausgemacht, die jetzt für die Syrer hergerichtet werden sollen. UNHCR sucht dringend Ausweich-Unterkünfte. Indessen werden auch für 30 Familien, die in Schulen im Norden des Libanon nahe Wali Kahlid untergebracht sind, Alternativen recherchiert. 

UNHCR und seine Partner arbeiten daran, unfertige Häuser und Wohnungen entsprechend herzurichten; zum Teil erhalten die Familien selbst auch Unterstützung in Form von Renovierungsarbeiten oder Materialien. In Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium werden Schulplätze für syrische Kinder in libanesischen Schulen gesucht.

Bis heute wurden 37.240 Syrer im Libanon registriert; weitere 9.432 Menschen haben sich bei UNHCR für die Registrierung vormerken lassen.

Irak

UNHCR unterstützt die irakischen Behörden bei der Erweiterung des Al-Qaem-Camps. Wegen zahlreicher syrischer Neuankünfte ist auch ein zweites Lager in der Region Al-Kasak nahe Rabi’aa in der Diskussion. Neben Al-Qaem, Al-Waleed und Domize, wäre es das vierte Camp für Syrer auf irakischem Territorium.

UNHCR verteilt Zelte und Nothilfe-Equipment; UNICEF ist für Trinkwasser und sanitäre Anlagen verantwortlich, während sich die irakischen Behörden um die Elektrizität im Lager kümmern.

Insgesamt sind derzeit 15.096 Menschen (13.856 registriert) aus Syrien in den Irak gekommen; über 10.000 haben sich in der Region Kurdistan niedergelassen.

Syrien

Trotz anhaltenden Beschusses, Explosionen und bewaffneten Überfällen, kann UNHCR seine Arbeit in Syrien aufrecht erhalten. Flüchtlinge kommen in die UNHCR-Büros und benötigen Essen, medizinische Versorgung, Registrierung und psychologischer Beratung.

UNHCR-Mitarbeiter besuchen auch weiterhin die Gemeinden und verteilen Hilfsgüter wie Decken, Matten, Küchensets, Kanister und Windeln für Babies an Bedürftige, die sich zumeist in öffentlichen Gebäuden versteckt halten.

Bereits vor einigen Tagen hat UNHCR gemeinsam mit dem Syrischen Roten Halbmond (SARC) warme Mahlzeiten für 6.000 Familien verteilt. In der Al-Nabek-Siedlung in Homs haben beide Organisationen eine 'Cash-for-Shelter-Aktion' für Bedürftige realisieren können. Die Stadt Homs hat sich von der Einwohnerzahl her seit Ausbruch des Konfliktes nahezu verdoppelt. Die Einwohner der Stadt zeigen sich sehr gastfreundlich; UNHCR beabsichtigt 5.000 Familien in der Region zu unterstützen.

Die meisten Anrufer der insgesamt 11 UNHCR-Hotlines haben Fragen zu Resettlement, Umsiedlung innerhalb des eigenen Landes oder finanzieller Unterstützung.

Insgesamt sind mehr als drei Millionen Menschen von dem Syrien-Konflikt betroffen; 2,5 Millionen Notleidende sind auf Hilfe angewiesen. Nach Angaben des Regionalen Humanitären Hilfs-Koordinators gibt es 1,2 Millionen Binnenvertriebene in Syrien.

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