United Nations High Commissioner for Refugees
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UNHCR-Bericht zur Lage der Flüchtlinge weltweit

Somalische Flüchtlinge in Kenia
© E. Hockstein
Somalische Flüchtlinge in Kenia

Der UN- Flüchtlingshochkommissar António Guterres warnte anlässlich der Präsentation des Berichtes „State of the World´s Refugees, dass für die kommenden Jahre eine Zunahme an Flüchtlingen und Binnenvertriebenen zu erwarten sei.

Auch die Auslöser für Flucht und Vertreibung würden zunehmen.

Neue Ursachen für Vertreibung

Laut Guterres tritt Vertreibung durch Konflikte verstärkt zusammen mit weiteren Faktoren wie Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Verstädterung, Wassermangel und knappen Resourcen auf. All diese Faktoren stehen miteinander in einer Wechselwirkung, die zu einer zunehmenden Instabilität und zu Konflikten führen, die zu Migration und Flucht führen.  In einer Welt die immer kleiner wird, müsste es einen entschlossenen internationalen Willen geben, um Lösungen zu finden, sagte Guterres.

„Vertreibung ist momentan den Lösungen immer einen Schritt voraus“, meinte Guterres. „Und das bedeutet, dass immer mehr Menschen im Exil fest sitzen, unfähig nach Hause zurückzukehren, sich vor Ort zu integrieren oder irgendwo anders ein Zuhause zu finden.“ Vertreibung ist ein internationales Problem, und als solches braucht es internationale Lösungen- und damit meine ich vor allem politische Lösungen“, so Guterres weiter.

Der neue Bericht fokussiert auf diese und andere Veränderungen, die seit der letzten Ausgabe im Jahr 2006 aufgetreten sind. Der Ausblick fällt düster aus: Die Herausforderungen in punkto Vertreibung werden größer und komplexer, die Gefahr für humanitäre Helfer nimmt zu und Staaten müssen ihre Zusammenarbeit deutlich verstärken.

Weltweit 26 Millionen Binnenvertriebene

Eine besonders auffallende Veränderung gab es bei der Zunahme an Binnenvertriebenen: Aktuell sind die meisten der weltweit 43 Millionen Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, nicht Flüchtlinge, sondern Menschen, die in ihrem eigenen Land vertrieben werden. Weltweit sind bereits 26 Millionen Binnenvertriebene, im Vergleich zu 15 bis 16 Millionen Flüchtlinge und eine weitere Million Asylwerbern.

Für die humanitären Helfer wird die Unterstützung der Vertriebenen immer teurer und gefährlicher. Um den Binnenvertriebenen in Ländern wie Somalia, Afghanistan, Jemen oder dem Irak zu helfen, muss man in einem Umfeld arbeiten, wo der Zugang schwierig ist und Konflikt oder  Kriminalität tödliche Gefahren mit sich bringen können.

Druck auf humanitäre Helfer nimmt zu

"The State of the World's Refugees" befasst sich mit diesen Problemen, aber auch mit der Zusammenarbeit zwischen den Ländern. „Der Spielraum für humanitäre Hilfe wird geringer und das genau zu einem Zeitpunkt, an dem der Hilfsbedarf zunimmt. Der Druck auf das internationale Schutzsystem ist deutlich gestiegen. Vor allem in einigen Industrieländern gibt es Abschottungstendenzen, die Verantwortung und Mitgefühl auslagern möchten. In einer Welt, in der die Gesellschaften multi-kultureller und multi-ethnischer werden, ist es unerlässlich, Werte wie Toleranz zu fördern und die Ausprägung von Fremdenfeindlichkeit zu bekämpfen“, sagte Guterres.

Mehrere Kapitel aus dem Report behandeln neue  Herausforderungen wie die wachsende Zahl von Flüchtlingen in Großstädten sowie die Vertreibung von Menschen aufgrund von Klimawandel und Naturkatastrophen. So zeigt der Bericht auf, dass jährlich mehr Menschen durch Naturkatastrophen als durch Konflikt vertrieben werden –diese werden nach internationalem Recht aber nicht als Flüchtlinge anerkannt.

80 Prozent der Flüchtlinge weltweit leben in Entwicklungsländern

Das Buch beschreibt innovative Lösungsansatze von UNHCR und seinen Partner als Antwort auf neue Herausforderungen. Allerdings zeigt das Buch auch die Probleme von UNHCR auf, Staaten zur Einhaltung von internationalen Verträgen oder Gewohnheitsrecht zu bewegen. Der Bericht beleuchtet auch die Probleme der weltweit rund 12 Millionen staatenlosen Personen, die häufig in einem menschenrechtlichen und rechtlichen Schattenzustand leben müssen.

Achtzig Prozent der Flüchtlinge weltweit leben aktuell in Entwicklungsländern. Eine größere internationale Solidarität ist notwendig, um dieser Herausforderung gewachsen zu sein, so die Conclusio des Berichtes. Nötig ist vor allem die Bereitstellung von mehr Resettlement-Plätzen in Industrieländern, ein Schwerpunkt auf Entwicklungszusammenarbeit, um eine dauerhafte Rückkehr oder Integration vor Ort zu fördern und die Unterstützung der lokalen Aufnahmegesellschaften. Ein neues Abkommen ist nötig, um Lasten und Verantwortung imallen Bereichen des Flüchtlingsschutzes – von der Konfliktprävention bis hin zu Lösungen -  sicher zu stellen.


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