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UNHCR will humanitäre Hilfe im syrischen Homs ausbauen

© UNHCR/unhcr.org
Besonders viele Kinder und Frauen sind traumatisiert.

30. November 2012

Damaskus/Homs - UNHCR und seine Partner haben rund 250.000 Syrer in und um die Stadt Homs ausgemacht, denen es an grundlegender Versorgung fehlt. Ungeheizte Unterkünfte, fehlende Winterkleidung und dürftig ausgestattete Krankenhäuser wurden registriert.

Ein Team aus UNHCR-Mitarbeitern und Mitarbeitern des Syrisch-Arabischen Roten Kreuzes (SARC) hatte sich zwei Tage in Homs aufgehalten, um sich ein Bild von der vorherrschenden Lage zu machen. Dabei wurden auch Gespräche mit Kollegen geführt, die sich bereits seit geraumer Zeit in Homs befinden. UNHCR ist erst seit November in der Stadt; im gesamten Land sind 350 Mitarbeiter für UNHCR tätig.

Hilfsmaßnahmen müssen erweitert werden

Die Delegation inspizierte zwei kommunale Gebäude, in denen 70 bzw. 400 Familien untergkommen sind, insgesamt knapp 2.700 Personen. Obwohl die Einwohner der Stadt ein ansprechendes und funktionierendes Netzwerk entwickelt haben, um sich gegenseitig zu helfen, sind akute Anstrengungen Dritter nötig, um die Familien mit dem Nötigsten zu versorgen.

Ärzte und Mediziner haben Homs verlassen

Viele Kinder gehen bereits seit 18 Monaten nicht mehr in die Schule. Einige zentrale Krankenhäuser dienen lediglich der Unterbringung. Die medizinische Versorgung wurde eingestellt. Etwa 60 Prozent aller einst niedergelassenen Ärzte hat die Stadt verlassen, ebenso das Pflege- und Assistenzpersonal. Medizinische Geräte sind nicht mehr intakt und Medikamente nicht verfügbar.

Mit den kalten Wintertagen wurden die UNHCR-Plastikplanen von den Notleidenden zumeist zum Abdichten von Fenstern und Abtrennen von Korridoren eingesetzt. Nicht eines der besuchten Gebäude ist beheizt. Warme Decken und Winterkleidung fehlen ebenso, wie Schuhe für die Kinder.

UNHCR-Trucks bringen warme Decken und Hygiene-Sets

Mit dem Besuch der Delegation in Homs ging auch ein Hilfstransport einher. Neun Lastwagen brachten insgesamt 6.000 Decken, 12.000 Schlafunterlagen, 13.000 Winterdecken, 1.000 Matten und 6.000 Hygiene-Sets mit Windeln in die Stadt. Weitere Lieferungen sind für die kommenden Tage geplant, um mindestens 3.000 Haushalte (etwa 15.000) Menschen mit der Lieferung erreichen zu können. 5.000 Hilfspakete wurden bereits an Familien in Not verteilt.

UNHCR sucht potenzielle Partner in der Stadt, um humanitäre Hilfe in Homs ausweiten zu können. Landesweit konnten mit Unterstützung von Partnern 40 öffentliche Gebäude für die Versorgung und die Unterkunft von Syrern gewonnen werden.

Viele Hilfsprogramme für Syrer im Libanon

Im Libanon konnte UNHCR in der vergangenen Woche mit tatkräftiger Unterstützung des Sozialministeriums (MOSA) 7.000 Flüchtlinge in Beirut, im Nordlibanon, im Südlibanon und in der Bekaa-Ebene registrieren. Insgesamt erhalten derzeit 133.349 Syrer im Libanon Hilfe von UNHCR und seinen Partnern.

Gemeinsam mit dem UN-Welternährungsprogramm (WFP) werden Verzehrgutscheine verteilt. Ferner Decken, Matten, Teppiche, Heizlüfter und dringend benötigte Benzin-Gutscheine für etwa 50.000 Flüchtlinge.

Notdürftige Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten an beschädigten Gebäuden und Bargeld für anstehende Mietzahlungen fallen ebenso in das UNHCR-Ressort.

Viele Frauen und Kinder sind traumatisiert

Zunehmend erreichen UNHCR Berichte, wonach Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Jordanien angegriffen worden sind, viele müssen Krankenhäuser und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Viele Frauen und Kinder sind traumatisiert. UNHCR appelliert an die Konfliktparteien, Zivilisten nicht zu attackieren und in sichere Regionen passieren zu lassen.

Nach Medienberichten werden auch syrische minderjährige Mädchen verheiratet, was nach jordanischem Recht verboten ist. UNHCR liegen keine genauen Zahlen vor. UNHCR hat eine Agentur beauftragt dieses Phänomen zu untersuchen und entsprechenden Fällen nachzugehen.

Im Camp Za’atri warden sämtliche Vorbereitungen getroffen, um dem Winter zu begegnen. Mehr als 1.500 Vorzelte wurden angebracht, um Gasheizungen platzieren und Zelte beheizen zu können.

Derzeit 465.000 syrische Flüchtlinge registriert 

UNHCR hat insgesamt 465.000 syrische Flüchtlinge registriert bezwiehungsweise für die Registrierung vorgemerkt, darunter 137.998 in Jordanien, 133.349 im Libanon, 123.747 in der Türkei (Regierungsangabe), 60.307 im Irak und 9.734 in nordafrikanischen Staaten.

Zusätzlich gehen Schätzungen davon aus, dass weit mehr Syrer auf Schutz und humanitäre Hilfe angewiesen sind, darunter 150.000 in Ägypten, 100.000 in Jordanien, bis zu 70.00 in der Türkei und Zehntausende im Libanon.

Wegen des anhaltenden Konflikts in Syrien, insbesondere durch die Herausforderungen der Nachbarstaaten, benötigen die Hilfsorganisationen dringend weitere Mittel.

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