United Nations High Commissioner for Refugees
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Resettlement ist Gebot der Stunde

Am morgigen 10. Dezember ist der Internationale Tag der Menschenrechte. Die Verletzung von Menschenrechten ist nach wie vor die Hauptursache für globale Flucht und Vertreibung. Statistisch gesehen müssen jede Minute acht Menschen vor Konflikt oder Verfolgung flüchten; weltweit wächst die Zahl von lang anhaltenden, gewaltsamen Konflikten. Die Folge davon ist, dass viele Flüchtlinge jahrelang unter schwierigsten Bedingungen in Flüchtlingscamps ausharren müssen. Für diese Menschen gibt es oft nur eine Zukunftsperspektive: Das sogenannte Resettlement, also eine Neuansiedlung in Drittländern. Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte appelliert UNHCR an die politisch Verantwortlichen in Österreich, ein solidarisches Zeichen zu setzen und schutzbedürftigen Menschen durch Resettlement eine Zukunft zu geben.

In einer besonders prekären Lage befinden sich momentan Flüchtlinge, die vor den Konflikten aus Libyen geflohen sind und die nun seit Monaten in behelfsmäßigen Flüchtlingslagern an der tunesischen und ägyptischen Grenze festsitzen. Die Betroffenen stammen zumeist aus Subsahara-Ländern, die von jahrzehntelangen leidvollen Konflikten erschüttert werden, wie Sudan oder Somalia. Diese Menschen haben in Libyen Zuflucht gesucht und wurden von dort nun ein zweites Mal vertrieben.

„Eine Rückkehr in ihre Heimat ist für die Flüchtlinge nicht möglich und in Libyen werden sie verdächtigt, Gaddafi im Kampf gegen die Bevölkerung unterstützt zu haben. Sie sind buchstäblich in den Lagern an der Grenze gestrandet. Für diese Menschen ist die einzige Lösung eine Neuansiedlung in einem Drittland“, beschreibt Christoph Pinter, Leiter des UNHCR-Büros in Österreich, die schwierige Lage der Betroffenen.

„Österreich ist hier gefordert, einen Beitrag zum Schutz dieser gestrandeten Flüchtlinge zu leisten und einigen von ihnen die Möglichkeit zu einem Neuanfang in Sicherheit zu geben. Das ist ein Gebot der Menschlichkeit“, so Pinter weiter. Dabei gehe es nicht um die Aufnahme einer großen Gruppe durch ein einzelnes Land, sondern um einen solidarischen Beitrag aller. Insgesamt sind rund 5.000 registrierte Flüchtlinge an den Grenzen von Tunesien und Ägypten auf die Aufnahme durch die internationale Staatengemeinschaft angewiesen.

UNHCR hat bereits Anfang April eine globale Initiative gestartet und Länder gebeten, diese Flüchtlinge aufzunehmen und Tunesien und Ägypten nicht allein zu lassen. Einige Länder wie z.B. Kanada oder die USA, aber auch europäische Länder wie beispielsweise Norwegen, Schweden, Dänemark, Portugal, die Niederlande oder Belgien haben insgesamt ca. 1.000 Plätze zur Verfügung gestellt. Das reicht aber bei weitem nicht aus, um alle Flüchtlinge aus ihrer Notlage zu befreien.

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