United Nations High Commissioner for Refugees
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Sorge über Entführungen im Ostsudan

© UNHCR/A. Awad
UN-Flüchtlingshochkommissar António Guterres mit eritreischen und äthiopischen Flüchtlingen im Shagarab-Camp I., Ostsudan.

31 Januar 2013

Khartum - UNHCR ist äußerst besorgt über die steigende Anzahl von Entführungen und das Verschwinden von Flüchtlingen im Ostsudan. Zumeist sind die Betroffenen eritreische Flüchtlinge, die aus den Shagarab-Camps verschwunden sind.  Einige von ihnen wurden entführt, andere haben vermutlich Schmuggler bezahlt, um in ein anderes Land zu gelangen. Für die Entführungsopfer wird oft Lösegeld verlangt oder sie werden für Zwangsheirat, sexuelle Ausbeutung oder Zwangsarbeit ausgebeutet und weiterverkauft.
Über 600 Flüchtlinge sind in den letzten zwei Jahren verschwunden

Das UNHCR-Büro in Sudan berichtet von 619 Menschen, die aus dem Lager in den letzten zwei Jahren verschwunden sind, 551 davon in Jahr 2012. Darüber hinaus gibt es noch weitere noch unbestätigte Fälle. Da viele Menschen das Lager auch freiwillig verlassen, ist es sehr schwer, einen genauen Überblick über die Zahl der tatsächlichen Entführungsopfer zu bekommen.

Zuletzt wurden vier Frauen aus den Shagarab-Camps entführt. Flüchtlinge aus den Lagern, die 29.445 Menschen beherbergen, haben letzte Woche auch von der Entführung eines Mannes berichtet. Aus Wut darüber haben Flüchtlinge einen Angehörigen eines der lokalen Stämme, die für diese Entführungen verdächtig werden, angegriffen. Die daraus resultierende Gewalt hat zu mehreren Verletzten unter der lokalen Bevölkerung und der Flüchtlinge geführt.

Die Entführungsgefahr eritreische Flüchtlinge und Asylwerber ist an der Grenze zum Ostsudan am größten. Laut vieler Berichte und individuellen Interviews sind lokale Stammesangehörige aus Ostsudan und aus Sinai wie auch einige kriminelle Menschenhandel-Banden aus Ostsudan für die Entführungen verantwortlich. Manche Asylwerber werden an der Grenze zwischen Eritrea und Sudan entführt, bevor sie in den Camps ankommen, während andere in und in der Nähe der Lager im Ostsudan entführt werden. Diejenige, die sich bewusst an Schmuggler wenden, hoffen zumeist auf eine Reise in den Sudan oder auch nach Ägypten oder Israel. In vielen Fällen werden auch sie von den Schmugglern missbraucht, die sie an Menschenhändler weiterverkaufen oder sie für Lösegeld gefangen halten.

Bemühungen um das Reduzieren von Sicherheitsrisiken

UNHCR arbeitet mit den sudanesischen Behörden, der Internationalen Organisation für Migration und anderen Hilfsorganisationen zusammen, um das Risiko von Entführungen und Geiselnahmen in dem Gebiet zu reduzieren. Sudans Regierung hat bereits zusätzliche Polizeikräfte eingesetzt und UNHCR unterstützt die Behörden, die allgemeine Sicherheit zu verbessern, vor allem durch Errichtung und Sanierung von Polizeistationen, Bereitstellung von Fahrzeugen und Kommunikationsgeräten. UNHCR unterstützt auch die Flüchtlinge in den Shagarab-Camps mit der Gründung eines Wachsystems, in das die Community selbst stark eingebunden ist und das die Sicherheitsrisiken reduzieren soll. Für Opfer wurde eine psycho-soziale Betreuung eingerichtet.
UNHCR appelliert an alle nationalen und internationalen Akteure, ihre Bemühungen in dem Kampf gegen kriminelle Banden, die Flüchtlinge und Asylwerber missbrauchen, zu verstärken und die Risiken von Entführungen, Menschenschmuggel und Menschenhandel zu reduzieren.
UNHCR appelliert an alle nationalen und internationalen Akteure, ihre Bemühungen in dem Kampf gegen kriminelle Banden, die Flüchtlinge und Asylwerber missbrauchen, zu verstärken und die Risiken von Entführungen, Menschenschmuggel und Menschenhandel zu reduzieren.

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