United Nations High Commissioner for Refugees
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Syrien: Tiefe Besorgnis über steigende Flüchtlingszahlen

© AP Photo/H. Malla
Eine von tausenden Familien, die dieser Tage aus Syrien über die Grenze in den Libanon kommen.

Genf - UN-Flüchtlingskommissar António Guterres ist tief besorgt über die dramatische Zahl von Menschen, die in Syrien auf der Flucht sind. Nach inoffiziellen Angaben sind dabei allein seit gestern bis zu 30.000 über die Grenze in den Libanon gekommen.

"Mit der Ausbreitung der tödlichen Gewalt gilt meine ernste Sorge den Tausenden von Flüchtlingen und Zivilisten im Lande, die ihre Häuser und Wohnungen verlassen mussten", sagte Guterres heute in Genf. 

Rund eine Million Syrer mussten Häuser verlassen

Tausende von Syrern haben gestern die Grenze zum Libanon überquert. In untersschiedlichen Berichten ist von 8.500 bis zu 30.000 Menschen die Rede. UNHCR und seine Partnerorganisationen versuchen derzeit vor Ort in Konsultationen mit Regierungsoffiziellen die Angaben zu verifizieren und mehr Informationen über das Profil und den Hilfsbedarf der Neuankömmlinge zu erhalten. Hauptaufmerksamkeit gilt dabei den besonders Schwachen, die umgehend dringend Hilfe benötigen. 

In der derzeitigen sich rasch ändernden Lage ist es nicht möglich, eine präzise Zahl von Binnenvertriebenen in Syrien zu nennen. Schätzungsweise mussten bis zu eine Millionen Menschen in Syrien seit Beginn des Konflikts ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Viele Syrer können nicht mehr für sich selbst sorgen und wenden sich hilfesuchend an den Syrischen Roten Halbmond und andere Hilfsorganisationen. 

UNHCR liegen Berichte über Gräueltaten vor

Tausende von Flüchtlingen, zumeist aus dem Irak, die in Seida Zeinab (einer Vorstadt von Damaskus) leben, mussten wegen der Gewalt und gezielten Drohungen in den letzten Tagen fliehen. Mindestens 2.000 von ihnen haben Zuflucht in Schulen und Parkanlagen in einer anderern Vorstadt von Damaskus (Jaramana) gesucht. Auch viele Syrer befinden sich dort.

"Ich bange mit der Zivilbevölkerung, einschließlich der großen Zahl der irakischen Flüchtlinge, die den gewalttätigen Auseinandersetzungen in Damaskus ausgeliefert sind", sagte Guterres.  

UNHCR liegen Berichte vor, nach denen in der letzten Wochen eine siebenköpfige irakische Familie in ihrer Wohnung in Damaskus tot aufgefunden wurde. Drei weitere Flüchtlinge wurden durch Gewehrfeuer getötet.

UNHCR-Büros in Syrien bleiben geöffnet

Trotz der Sicherheitslage sind die UNHCR-Büros in Damaskus, Aleppo und Al Hassekeh weiterhin geöffnet. Hunderte von verängstigten Flüchtlingen haben sich in den letzten 24 Stunden bei unseren Mitarbeitern und Freiwilligen über eine Hotline gemeldet. Sie berichten von direkten Drohungen und von der Angst, in die Kampflinie zu geraten. 

In den letzten beiden Tagen gab UNHCR dringend benötige Geldbeträge aus, damit Flüchtlinge eine Unterkunft bezahlen können (wenn sie denn eine finden) und für grundlegende Dinge des täglichen Bedarfs. Allerdings sind viele Geschäfte nun geschlossen. Zwei LkW-Ladungen voller Hilfsgüter wurden gestern durch Freiwillige des Syrischen Roten Halbmonds an Syrer und Flüchtlinge verteilt. Weitere Transporte sollen in den nächsten Tagen erfolgen.

Viele Iraker sind aus Syrien zurückgekehrt

Mehr als 250 internationale und nationale Mitarbeiter arbeiten für UNHCR in Syrien. Es gibt 88.000 registrierte irakische Flüchtlinge, die Mehrzahl von ihnen in Damaskus. Hinzu kommen 8.000 weitere Flüchtlinge aus anderen Staaten. Über 13.000 Iraker verließen Syrien im ersten Halbjahr 2012, die große Mehrzahl kehrte zurück in ihre Heimat. 

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URL: www.unhcr.ch/presse/nachrichten.html
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