United Nations High Commissioner for Refugees
  • Schriftgröße  Normal size text Increase text size by 10% Increase text size by 20% Increase text size by 30%
  • Drucken Drucken
  • Empfehlen Empfehlen
An Email: *
Ihr Name: *
Ihre Email: *
Ihre Nachricht:
Felder mit * müssen ausgefüllt werden. Die Angaben aus diesem Formular werden nicht gespeichert oder an Dritte weitergegeben.

Syrien: UNHCR ernennt Flüchtlingskoordinator

© UNHCR / M. Bernard
Irakische Flüchtlingskinder spielen Fußball in der Nähe von Damaskus. Die bewaffneten Auseinandersetzungen in Syrien erschweren auch ihre Lebenssituation.

Vor dem Hintergrund immer größer werdender Flüchtlingszahlen in den Anrainerstaaten Syriens wurde vor kurzem der langjährige UNHCR-Mitarbeiter Panos Moumtzis von Flüchtlingshochkommissar António Guterres zum Flüchtlingskoordinator in der Region ernannt.

Im März jährt sich der Aufstand in Syrien zum ersten Mal. Offizielle Daten aus den Nachbarstaaten und die Registrierungszahlen von UNHCR zeigen, dass bereits bis zu 30.000 Personen aus ihrem Heimatland geflohen sind. Die Zahl der Binnenvertriebenen in Syrien selbst dürfte ebenfalls beträchtlich sein. UNHCR-Teams in Jordanien, im Libanon und der Türkei haben seit dem Ausbruch des Konflikts mit NGOs und Regierungen an Unterbringung, Versorgung und Schutz der Flüchtlinge gearbeitet.

In den vergangenen sechs Monaten erreichten die Gewalthandlungen in den Provinzen Homs, Deir al-Zor, Hama, Damaskus und Idlib immer brutalere Ausmaße. Von diesen Entwicklungen blieb die Unterstützung der syrischen Regierung für die rund 110.000 großteils irakische Flüchtlinge unberührt.

Bevölkerungen in den Gastländern zeigen große Hilfsbereitschaft

Bis dato halten Jordanien, Libanon und die Türkei ihre Grenzen für syrische Flüchtlinge offen. Den größten Anteil der Hilfsmaßnahmen tragen die Gastländer und deren Bevölkerungen.

UNHCR und die High Relief Commission in Libanon registrierten bisher 7.088 Syrer im Nordlibanon. Die Registrierung weiterer Flüchtlinge, die vorwiegend aus Homs und Talkalakh geflohen sind, wird fortgesetzt. Gleichzeitig erhalten die Notleidenden Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter. Aber auch Gastgeberfamilien bekommen Unterstützung. Private und öffentliche Krankenhäuser werden zum größten Teil aus UNHCR-Mitteln finanziert. Aber auch die libanesische Regierung übernimmt Kosten für die Versorgung von Schwerverletzten. Seit dem Beginn der Fluchtbewegungen konnten so rund 268 Verletzte behandelt werden.

Gemeinsam mit seinen Partnern ermöglicht UNHCR den Schulbesuch für zahlreiche Flüchtlingskinder und auch für jene libanesischen Kinder, die auf Hilfe angewiesen sind. Derzeit können 525 syrische Kinder am Unterricht teilnehmen. Bestrebungen, den Schulbesuch für noch mehr Kinder zu ermöglichen, laufen bereits.

Flüchtlinge im Bekaa-Tal im Libanon werden von UNHCR und seinen Partnern in der Region mit Treibstoff, Nahrung, Decken, Matratzen und Hygieneartikeln versorgt. Im Zuge der Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden soll auch sichergestellt werden, dass ausreichend Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

In Jordanien befinden sich bereits 5.000 registrierte Flüchtlinge, weitere 2.000 werden momentan registriert. Auch in diesem Fall ist die Mehrheit der Betroffenen bei Gastfamilien – vor allem in Irbid, Rama, Amman und Maan – untergebracht. UNHCR versorgt die Flüchtlinge im städtischen Raum mit finanziellen Hilfen und anderen Hilfsgütern. Daneben unterstützt das Flüchtlingshochkommissariat die Regierung bei der Sanierung der Transitinfrastruktur im Grenzgebiet von Ramtha.
Auch in Jordanien arbeiten UNHCR und lokale NGOs intensiv zusammen, um auf die speziellen Bedürfnisse der Flüchtlinge besser eingehen zu können. Vor allem die medizinische Versorgung steht hierbei im Mittelpunkt.

Türkische Regierung garantiert Versorgung

In insgesamt sieben Camps konnten Syrer bisher in der Provinz Hatay in der Türkei Zuflucht finden. Die Lager werden vollständig von der türkischen Regierung betreut. So kümmern sich die türkischen Behörden um die medizinische Versorgung, die für alle Betroffenen kostenlos ist. Auch für die schulische Betreuung der Kinder ist in den Camps gesorgt. Insgesamt boten die Camps zwischenzeitlich bis zu 23.000 Personen Schutz. Von diesen kehrten aber 10.000 Menschen wieder nach Syrien zurück. Die türkische Regierung plant, die Mehrheit der Flüchtlinge in ein Container-Dorf in der Provinz Kilis umzusiedeln. Mit einer permanenten Präsenz in Hatay unterstützt UNHCR die Bemühungen der türkischen Regierung.

Für die irakischen Flüchtlinge in Syrien verschlechtert sich die Lebenssituation aufgrund der hohen Inflation, die im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent zugenommen hat. Mit einer durchschnittlichen finanziellen Unterstützung in der Höhe von 180 US-Dollar pro Monat hilft UNHCR den bedürftigsten Familien. Gemeinsam mit dem syrischen Roten Halbmond wird somit die Versorgung von rund 97.000 Irakern garantiert. Die bewaffneten Auseinandersetzungen zwingen aber mittlerweile auch immer mehr irakische Flüchtlinge, in die Vorstädte bzw. die ländlichen Gebiete von Damaskus zu ziehen.  

« zurück

URL: www.unhcr.ch/presse/nachrichten.html
copyright © 2001-2014 UNHCR - all rights reserved.