United Nations High Commissioner for Refugees

Speak out!

© UNHCR/Johan Bävman

Jeden Tag werden Kinder zu Flüchtlingen. Sie fliehen, weil ihr Leben in Gefahr ist. Sie werden verfolgt oder haben Angst, Opfer von Gewalt zu werden. Sie werden gezwungen ihr Zuhause, ihre Freunde, ihre Schule, ihr ganzes bisheriges Leben hinter sich zu lassen, um in der Ferne Sicherheit zu suchen.

Derzeit sind weltweit so viele Menschen auf der Flucht wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Von den über 60 Millionen Menschen sind rund die Hälfte Kinder unter 18 Jahren. Viele sind gemeinsam mit ihrer Familie geflohen. Die Zahl, der Kinder, die ohne Eltern oder sorgeberechtigte Erwachsene unterwegs sind, ist jedoch in den letzten Jahren stetig angestiegen. Kinder werden von ihren Familien alleine losgeschickt, in der Hoffnung, dass sich wenigstens die Kinder in Sicherheit bringen können. Manche werden aber auch während der Flucht von ihrer Familie getrennt.

Oft müssen Kinder gefährliche Fluchtrouten auf sich nehmen: zu Fuss, versteckt in Lastwagen oder auf wenig seetüchtigen Kuttern machen sie sich auf die Reise in eine ungewisse Zukunft. Kinder werden dabei oftmals Opfer von Übergriffen skrupelloser Schmuggler oder Menschenhändler. Viele müssen erleben, wie andere, die mit ihnen unterwegs sind, ums Leben kommen. Es ist daher nicht überraschend, dass viele dieser Kinder stark traumatisiert sind. Neun von zehn Flüchtlingen bleiben in ihrer Herkunftsregion in Entwicklungsländern. Und nur ein äusserst kleiner Teil kommt nach Europa. In der Schweiz stellten 2015 über 2000 Kinder ohne Begleitung einer erwachsenen Person ein Asylgesuch. Sie sind die verletzlichsten Asylsuchenden überhaupt. Ganz auf sich allein gestellt müssen sie sich in einer fremden Kultur und Sprache in einem komplizierten Verfahren zurechtfinden und sind aufgrund ihrer Flucht vielen zusätzlichen Gefahren ausgesetzt. Sie müssen die manchmal traumatischen Erlebnisse während der Flucht verarbeiten und zudem stellt der fehlende Kontakt zu Familienmitgliedern oder fehlende Neuigkeiten eine grosse Belastung dar.

UNHCR gibt regelmässig Empfehlungen zum Schutz von Flüchtlingskindern heraus, und hat die Sicherstellung des Kindeswohls in seinen Aktivitäten priorisiert. Das Kindeswohl soll auch in allen Entscheidungen, welche sie betreffen, vorrangig berücksichtigt werden. Dabei ist es auch wichtig, die Betroffenen anzuhören und ihnen zu ermöglichen, dass sie ihre Sichtweise direkt wiedergeben können.

UNHCR engagierte sich deshalb im Projekt „Speak Out!“ der schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände SAJV. In verschiedenen Workshops sind dabei unbegleitete minderjährige Asylsuchende selbst zu Wort gekommen und konnten ihre Situation in der Schweiz schildern.

URL: www.unhcr.ch/service/publikationen/speak-out-projekt.html
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